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18:00 14.02.2017
Von Daniel Alexander Schacht
Gefühlvoll: Giant Rooks.
Gefühlvoll: Giant Rooks.
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Hannover

An diesem Abend lohnt es sich, auf die Vorband zu achten. Sie heißt Pari San und vermutlich hat niemand im Raum schon einmal von ihr gehört. Pari San tritt mit einer eigenwilligen Mischung aus Elektro-Pop, Beatboxing und Avantgarde auf, der Gesang erinnert bisweilen an Björk oder Anne Clarke. Eigentlich sind alle wegen Giant Rooks hier, das Konzert im Lux ist schon seit Wochen ausverkauft. Pari San macht vor allem neugierig, weil das Duo in einer langen Reihe von jungen deutschen Vorbands steht, die sich in kürzester Zeit ins Rampenlicht schoben.

Den Anfang machte der Senkrechtstarter AnnenMayKantereit im Jahr 2014 vor Konzerten unter anderem von Clueso. Für AnnenMayKantereit eröffnete drei Jahre lang immer wieder Von wegen Lisbeth, deren erfolgreiche Solo-Tournee 2016 schließlich gemeinsam mit Giant Rooks als Unterstützung stattfand. Die Mitglieder aller drei Bands sind in ihren Zwanzigern und sprechen vor allem ein gleichaltriges Publikum an, das gierig nach neuer Lieblingsmusik zu sein scheint. Also kennt Giant Rooks das Lux nur ausverkauft: im September mit Von wegen Lisbeth, jetzt auf Anhieb aus eigener Kraft.

Die fünf Musiker von Giant Rooks sind noch vor zwei Jahren in Hamm zusammen zur Schule gegangen. Und doch ist ihre Band mehr als nur Teil einer Jugendbewegung. Sie spielen ausgesprochen reifen Indie-Pop, den sie Art-Pop nennen, weil er vertrackt und verspielt ist, immer wieder musikalische Haken schlägt. Wer im Lux die Augen schließt, mag kaum glauben, dass dieser runde, satte und selbstbewusste Sound gerade von einer Handvoll Abiturienten erzeugt wird. Das liegt auch an der prägnanten Stimme von Sänger Frederik Rabe, der sie bei aller Jugendhaftigkeit weltläufig einzusetzten weiß und längst herausgefunden hat, wie man Weite und Sehnsucht evoziert.

Nach einer guten Stunde gehen Giant Rooks die Songs aus, veröffentlicht haben sie bislang nur zwei EPs. So wird der Abend fast zum Doppelkonzert mit Pari San. Ob auch diese Vorband das Lux bald als Headliner ausverkaufen wird? Abwarten.

Von Thomas Kaestle

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