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Kultur Glanz und Elend der Chorstadt Hannover
Nachrichten Kultur Glanz und Elend der Chorstadt Hannover
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08:00 30.10.2010
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Glanz und Elend der Chorstadt Hannover: Am eigentlich doch immer heller strahlenden Festspielort Herrenhausen fallen Schatten auf das erst im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Chorfestival, weil dort gestern und heute die Hälfte der Konzerte wegen mangelnder Nachfrage abgesagt wurden. In der Pauluskirche dagegen gab es bereits am Donnerstag eitel Sonnenschein: Im Rahmen eines Festkonzerts erhielten der Norddeutsche Figuralchor als „Vokalensemble des Jahres“ und acht weitere Chöre – der Knabenchor, der Mädchenchor, die Camerata Vocale, das Junge Vokalensemble, der Kammerchor, der Brahms-chor, die Capella St. Crucis und der Bachchor – ihren Echo-Klassik-Preis für die gemeinsame CD „Glaubenslieder. Neue Kantaten zum Kirchenjahr“.

„Es ist eine gute, nicht nur protestantische Tradition, Kantaten zum Kirchenjahr zu musizieren“, sagt Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann, der die Veranstaltung in der Pauluskirche moderiert. „Dass diese Tradition auch im 21. Jahrhundert aufgegriffen und für preiswürdig befunden wird, freut mich besonders.“ Die anschließende Uraufführung einer Kantate von Volker Wangenheim unterstrich seine Worte eindrucksvoll. Auch Helmut König von der Echo-Klassik-Jury hält es für eine „einmalige Leistung“, dass die neun Ensembles die Kantaten in dieser Qualität gemeinsam für die CD eingesungen hätten. „Hannover sollte stolz auf seine Chöre sein und darf mit Recht zur Stadt der Chormusik ernannt werden“, sagte er.

Den Sängern des Konzertchores Kleefeld, der neben anderen Ensembles wie den Mixed Voices oder dem Jungen Konzertchor Clazz gestern hätte in Herrenhausen auftreten sollen, mag ein solcher Satz zurzeit wie Spott vorkommen. „Wenn die Stadt wirklich ein neues Festival für die hannoverschen Chöre in Herrenhausen etablieren will, muss sie das auch besser begleiten und vermarkten“, sagt Wolfgang Fernekohl von der Kleefelder Chorgemeinschaft. Bei den selbst organisierten Konzerten des Chores gebe es keine Probleme mit zu wenig Besuchern. „Wenn man Herrenhausen wirklich stärken will, muss man das auch in diesem Bereich professionell machen“, so Fernekohl.

Johanna Günther und Stefan Arndt

Johanna Di Blasi 30.10.2010
Kristian Teetz 30.10.2010
Rainer Wagner 30.10.2010