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20:04 02.01.2014
Von Martina Sulner
Mit neuen Romanen dabei: Anthony McCarten, Frank Schätzing, Zadie Smith und Helen Fielding (v. l.). Quelle: privat, Archiv, Nabokow, Connan
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Hannover

Ein starker Auftakt: Die Buchbranche wartet 2014 nicht bis zur Frühjahrsmesse in Leipzig, um wichtige neue Titel auf den Markt zu bringen. Gleich in den ersten Januarwochen kommen Romane auf den Markt, auf die sich die Leser freuen können - und der Buchhandel auch: Die Neuerscheinungen haben das Potenzial zu Bestsellern, und das ist gut und wichtig für den stationären Handel, der sich wie nie zuvor gegen die Konkurrenz der Internethändler behaupten muss.

Nur noch knapp die Hälfte aller Bücher kaufen die Leser beim Buchhändler; währenddessen legt das Geschäft im Netz weiter zu: Rund 17 Prozent ihres Lesestoffs bestellen die Deutschen bei Amazon und Co., und die Tendenz, da sind sich alle Experten einig, ist steigend. Allein im vergangenen Jahr, so der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, haben rund 50 Buchläden zwischen Rügen und Ruhrpolding aufgegeben. Über den Umsatzzuwachs im gerade abgeschlossenen Weihnachtsgeschäft von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist die Branche deshalb besonders erleichtert.

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Möglicherweise geht es schon bald erfreulich weiter: Bereits am 9. Januar erscheint - nach siebenjähriger Pause - wieder ein Roman von Zadie Smith, „London NW“ (Kiepenheuer & Witsch). Die 38-jährige Britin, die seit ihrem Romandebüt „Zähne zeigen“ zu den wichtigsten Autorinnen ihrer Generation gerechnet wird, erzählt in darin über vier Menschen mittleren Alters, über deren Wünsche ans Leben und deren Enttäuschungen.

Kurz darauf erscheint der neue Roman eines weiteren guten alten Bekannten: Haruki Murakami bringt, pünktlich zu seinem 65. Geburtstag am 12. Januar, „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ (DuMont Verlag) heraus. Im aktuellen Buch des Japaners, der seit Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis gilt, geht es um einen jungen Mann, der herauszufinden versucht, warum seine Freunde sich vor Jahren von ihm abgewandt haben.

Mag auch die Kanadierin Alice Munro vor wenigen Wochen für ihre Kurzgeschichten den Literaturnobelpreis erhalten haben - klassische Geschichten von Freundschaft und Aufbruch, Liebe und Verrat, erzählt in vorwiegend klassischer Romanform dominieren den Buchmarkt. Dazu gehören auch das neue Buch von Isabel Allende, „Amandas Suche“ (Suhrkamp), das im Sommer herauskommt, Anthony McCartens „funny girl“ (Diogenes, Ende Februar) oder Philipp Meyers Epos „Der erste Sohn“ (Knaus, im Mai). Der in Deutschland bislang kaum bekannte US-Autor hat einen opulenten Generationenroman über eine Familie geschrieben, die in Texas Öl und Glück sucht.

Ebenfalls in Deutschland noch unbekannt ist Kristian Bang Foss. Im März erscheint sein Roman „Der Tod fährt Audi“ über einen jungen Pfleger und einen alten Mann im Rollstuhl, die von Dänemark nach Marokko reisen. Das Buch kommt im Münchner Verlag Carl’s Books heraus, der mit Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ (gerade als das bestverkaufte Buch 2013 ermittelt) und „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ die großen Erfolge der vergangenen Jahre im Programm hat. Bei Carl’s Books heißt es über den Roman des Dänen Kristian Bang Foss: „Für alle Fans von ‚Ziemlich beste Freunde‘ und dem ‚Hundertjährigen‘.“ Nicht ausgeschlossen, das da der nächste Bestseller aus dem Münchener Verlag auf den Markt kommt.

Verlage, die Umsatzbringer wie Jonasson im Programm haben, können sich glücklich schätzen. Auch Kiepenheuer & Witsch hat solch einen Bestsellergaranten unter Vertrag: Frank Schätzing. Der Autor, dessen „Der Schwarm“ weltweit eine Auflage von fast vier Millionen Exemplaren erzielt hat, hat „Breaking News“ geschrieben, einen Mix aus Thriller und Politdrama. Ein Reporter übernimmt einen spektakulären Auftrag - und kämpft schließlich, so die Verlagsankündigung, „auf der Flucht vor Geheimagenten und Killern ums nackte Überleben“. Anfang März kommt der neue Schätzing mit einer Auflage von 500 000 Exemplaren in den Handel.

In weit bescheideneren Auflagenregionen bewegen sich andere deutsche Autoren wie die beiden Büchner-Preisträger Sibylle Lewitscharoff („Killmousky“, bei Suhrkamp) und Martin Mosebach (Das Blutbuchenfest“ bei Hanser). Gleich zwei deutsche Schriftsteller beschäftigen sich - autobiografisch untermauert - mit dem Thema Alkoholismus: Bachmann-Preisträger Peter Wawerzinek veröffentlicht „Schluckspecht“ (Galiani Verlag), und Simon Borowiaks Buch zum Thema heißt ganz schlicht „Sucht“ (Knaus).

Acht Jahre nach seinem großen Erfolg „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ hat Saša Stanisic endlich etwas Neues geschrieben - „Vor dem Fest“ (Luchterhand). Und noch eine alte Bekannte meldet sich nach mehrjähriger Pause zurück: Helen Fielding schickt ihre Heldin Bridget Jones wieder ins Leben. „Verrückt nach ihm“ (Goldmann) heißt der Roman über die chaotische Engländerin, die mittlerweile Mutter und Drehbuchautorin ist - und sich in einen 20 Jahre jüngeren Mann verliebt. Schokolade zum Frühstück mag Bridget Jones immer noch.

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