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Kultur „Der griechische Fan ist sehr musikalisch“
Nachrichten Kultur „Der griechische Fan ist sehr musikalisch“
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00:15 02.12.2013
„Ein Konzert darf nicht langweilig werden“: Sänger Klaus Meine (links) und Gitarrist Matthias Jabs. Quelle: dpa

Sie haben mit MTV ein Unplugged-Album aufgenommen. Werden die Scorpions jetzt leiser?
Klaus Meine: Ein bisschen schon, aber ohne die Power zu verlieren. Als das Angebot für das MTV-Unplugged-Konzert kam, dachten wir, dass das sehr spannend sein kann und vor allem auch eine große musikalische Herausforderung sein wird.

Und wie war es, musikalisch auch mal den Stecker zu ziehen?
Matthias Jabs: Wir mussten von Anfang an alles komplett neu machen, 35 Songs völlig neu arrangieren. „Wind of Change“ war eine der ersten Sessions, in der wir zuerst nur zwei Gitarren eingesetzt haben. Doch dann haben wir schnell gemerkt, dass man zweieinhalb Stunden nur schwer begeisternd gestalten kann, wenn man sich auf zwei Gitarren beschränkt. Also wurden es vier, später fünf und in einigen Songs kamen sogar sechs Gitarren zum Einsatz. Dann kamen die Mandolinen dazu, ein Akkordeon, ein Arrangement für Streicher. Denn so ein Konzert darf auf keinen Fall langweilig werden.
Meine: Unsere Intention war natürlich auch, auf keinen Fall nur die großen Klassiker und die Hits aufzuwärmen. Wenn es allein nach uns gegangen wäre, dann hätten wir „Still Loving You“ oder „Rock You Like a Hurricane“ draußen gelassen. Wir wollten eine Show entwickeln, die so stark ist, dass sie ohne diese großen Hits auskommt. Am Ende hat sich aber unser Label durchgesetzt. Also haben wir in der Folge auch die großen Hits mit neuen Arrangements versehen.

Warum haben Sie sich für Athen als Location entschieden?
Meine: Wir haben sofort gesagt, dass wir das unbedingt in Athen machen wollen. Und zwar nicht nur, weil das Klima dort auch noch im September sehr angenehm ist, sondern weil wir in Griechenland sehr viele Fans haben, die mit unseren frühen Songs sehr verbunden sind. Die Griechen haben nicht nur ein Herz für unsere großen Klassiker, sondern auch für die leiseren Songs, die lange im Schatten gestanden haben und die im Mainstream niemand kennt.

Können Sie erklären, warum Griechenland so anders tickt, was Ihre Musik angeht?
Jabs: Der griechische Fan ist sehr musikalisch. Wie Klaus schon sagte, auch die frühen Siebziger-Songs kennt man dort. Man hat das auch jetzt wieder an den Reaktionen gemerkt. Das Publikum steht dort hinter uns wie eine Wand. Eine super Atmosphäre. Und wo kannst du im September unter Sternenhimmel bei so angenehmen Temperaturen ein so schönes Konzert machen? Eine traumhafte Geschichte.
Meine: Wir hatten auch das Gefühl, dass jetzt und mit diesem Projekt der richtige Moment gekommen ist, unseren griechischen Fans etwas zurückzugeben. Und sehr zu unserer Freude haben die Kollegen von MTV sich darauf eingelassen. Schließlich war es historisch das erste MTV-Unplugged-Konzert, das unter freiem Himmel stattgefunden hat.

War die politische und wirtschaftliche Situation in Griechenland auch ausschlaggebend für Ihre Entscheidung?
Jabs: Es ist uns sehr bewusst gewesen, dass das ein Schritt ist, der auch aus einer anderen Perspektive beäugt werden wird. Der deutsche Botschafter, bei dem wir eingeladen waren, hat gleich gesagt, dass ein deutscher Sänger, der in dieser Zeit mit der Griechenland-Flagge in Athen auf die Bühne geht, der beste deutsche Botschafter ist, den man sich vorstellen kann. Für uns war es also auch eine Möglichkeit, Danke zu sagen.

Im kommenden Jahr wird es auch einen Film über Sie geben. Können Sie dazu schon etwas sagen?
Meine: Wir sind selbst schon gespannt, den ersten Schnitt demnächst zu sehen. Der Film porträtiert die Erfolgsstory der Scorpions. Und geht zurück zu den Anfängen in unserer Heimatstadt. Regisseurin Katja von Garnier, die so nahe wie niemand zuvor an uns herankam, hat uns auch hinter den Kulissen begleitet und zeigt, welche euphorischen Glücksmomente man erlebt, aber auch, wie viel Kraft es braucht, wenn es darum geht, auch mal Rückschläge oder persönliche Krisen zu durchleben. Ich denke, es wird ein ganz besonderer Film.

Das Interview führte Nora Lysk

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