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Kultur Tom Gaebel swingt beim Weihnachtskonzert im Kuppelsaal
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Hannover Congress Centrum: Tom Gaebel swingt beim Weihnachtskonzert im Kuppelsaal

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22:55 01.12.2019
Weihnachtlich beschwingt: Tom Gaebel mit Orchester im Kuppelsaal. Quelle: Johanna Stein
Hannover

Meistens macht Tom Gaebel es sich leicht. Bei seinem Konzert im Kuppelsaal des HCC singt er Klassiker der Vorweihnachtszeit wie „Jingle Bells“, „Let It Snow“ und „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“. Lieder also, die von vorneherein stimmungsvoll sind und das Motto der Tour – „A Swinging Christmas“ – erfüllen. Eine größere Herausforderung wäre es sicher, „Tochter Zion“ zum Swingen zu bringen.

Doch auch einige deutsche Lieder schaffen es in das Programm am ersten Advent in Hannover – in eigener Interpretation natürlich. Und so klingen „Stille Nacht“, „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ und „Lasst uns froh und munter sein“ an diesem Abend, als würde sie Frank Sinatra persönlich singen. Nicht nur die Stimme des Jazz-Sängers, auch das zwölfköpfige Orchester begeistert das Publikum.

Dutzende Liedwünsche

Obendrein ist die Show ein richtiges Wunschkonzert, Dutzende Zuschauer schreiben ihre Liedwünsche auf Zettel, die sie am Bühnenrand ablegen. Auf diese Anregungen hin schmettert Gaebel eine – stark verkürzte und lückenhafte – Version von Leonard Cohens „Halleluja“ und lässt bei „Feliz Navidad“ gleich das Publikum die Hauptarbeit machen. Für ein Duett des Sinatra-Songs „Strangers in the Night“ bittet er eine Zuschauerin auf die Bühne, die sich eigens dafür bei Gaebel beworben hatte.

Zugegeben: Nicht jedes Lied bei diesem Adventskonzert hat einen so konkreten Weihnachtsbezug wie zum Beispiel „Last Christmas“. Das Titellied des Films „Ghostbusters“ etwa – vorausgesetzt die Ghostbusters haben noch nie den Geist der Weihnacht gejagt. Doch auch dafür haben die Musiker eine Lösung: den Glockenstab. „Schon wird ein Weihnachtslied daraus“, sagt Gaebel.

Grandios und kantenlos

Selbst diese Sprüche zwischen den Liedern sind bei Tom Gaebel makellose Darbietungen, schön glatt – aber sie wirken dadurch eben auch mehr einstudiert als spontan. Gaebel ist ein grandioser und kantenloser Sänger, und er passt dadurch umso besser in die Weihnachtszeit, in der die Welt ein bisschen einfacher zu werden scheint, die Menschen einander beschenken und sich zumindest für einen Moment wieder gern haben. Bei Tom Gaebel ist kein Platz für Grautöne, genauso wenig wie im Advent – außer am Himmel über Hannover.

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Von Johanna Stein

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