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00:28 02.05.2018
The Swingles sind Hauptact in der A-Cappella-Woche 2018 in Hannover. Die Sänger Oliver Griffiths und Joanna Goldsmith-Eteson vor ihrem Auftritt in der Staatsoper. Quelle: Mario Moers
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Hannover

 Sie ist der Star der Internationalen A-capella-Woche, die am kommenden Sonnabend in Hannover beginnt: Die Londoner Vokalgruppe The Swingles zählt seit den Sechzigerjahren zu den renommiertesten Vertretern des Genres. In der 18. Ausgabe des Festivals beweist nicht nur die Formation aus London, dass A-cappella-Gesang weit mehr sein kann, als eine launige Lieder-Revue. „Die Betonung des Humorfaktors ist im internationalen Vergleich eine echte deutsche Besonderheit“, sagt der Swingles-Tenor Oliver Griffiths. 

Das zeigte auch der jüngste hannoversche Auftritt der Swingles vor gut einer Woche beim Klangbrücken-Festival im Opernhaus: Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Staatsorchester präsentierten sie das Stück „Sinfonia“. Der italienische Komponist Luciano Berio hatte es 1968 zum 125. Geburtstag der New Yorker Philharmoniker geschrieben. Mit von der Partie waren damals die Swingle Singers, benannt nach dem Gründer Ward Swingle, die Vorgängerformation der heutigen Swingels.

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In „Sinfonia“ singen, flüsteren und rufen sie Textfragmente. Der Ethnologe Claude Lévi-Strauss, Samuel Beckett und sogar Anweisungen des Komponisten Berio selbst werden rezitiert. „An einigen Stellen und in den Texten finden sich auch Elemente des typischen Swingle-Slangs, den die Mitglieder damals eingebracht haben“, sagt Griffiths. Die Kooperation einer Gesanggruppe, die eigentlich aus dem Unterhaltungsbereich kam, mit dem avangardistischen Klassiker, war damals außergewöhnlich – und ist das wohl bis heute: „Das Stück irritiert immer noch viele Konzertbesucher, die womöglich eine eher konventionelle Swingles-Show erwarten“, sagt Griffith.

Für die A-cappella-Woche kündigt seine Kollegin Joanna Goldsmith-Eteson ein gemischtes Programm an. „Wir werden Klassiker aus der Frühzeit der Swingles wie Bach oder Astor Piazolla singen, aber auch Songs von Fleetwood Mac und Stücke aus unserem aktuellen Album.“ Wie viele Swingles es in der Geschichte der Gruppe genau gab, weiß heute niemand mehr so genau. „Wir schätzen 82“, sagt Goldsmith-Eteson.

The Swingles, das ist heute auch eine international bekannte Marke. Bis zu sechs Monaten pro Jahr ist die Gruppe unterwegs. Solo sind Swingle-Mitglieder daneben auch in den Soundtracks von Kino-Blockbustern wie dem kommenden „Jurassic Park“, „Age of Ultron“ oder im neuen Matt Damon Film „Downsizing“ zu hören. „Durch den Film Pitch-Perfect, in dem es um A-cappella-Musik geht, hat das Genre viele junge Fans dazugewonnen“, sagt Goldsmith-Eteson. Und das ganz ohne Humorfaktor.

Termine: Die Swingles treten am Sonntag, 6. Mai, in der Christuskirche auf. Zum Abschlusskonzert am Sonntag, 13. Mai, im HCC-Kuppelsaal präsentieren sie ein musikalisches Resumee ihrer Eindrücke aus Hannover. Zusätzlich geben Mitglieder Schul-Workshops und einen Beatbox-Workshop am Freitag, 11. Mai.

Von Mario Moers

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