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Kultur Theaterfans freuen sich auf die neue Saison
Nachrichten Kultur Theaterfans freuen sich auf die neue Saison
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00:00 27.06.2014
Intendant Lars-Ole Walburg (links), Junges Schauspiel-Chef Florian Fiedler und Dramaturgin Lucie Ortmann bei der Spielplan-Vorstellung. Quelle: Katrin Ribbe
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Hannover

Ute Heuer, Professorin für Malerei, Hochschule Hannover: „Theater ist für mich künstlerische Reflektion der Welt, in der wir leben. Es erschafft einen Ort voller Möglichkeiten. In letzter Zeit waren im Schauspielhaus großartige Inszenierungen mit einem theatergerechten Medieneinsatz zu sehen, die ich für eine wirklich gute Weiterentwicklung halte ( „Hiob“ zum Beispiel). Besonders freue ich mich auf die Premiere von VV - Eine China-Kopie von Stefan Kaegi. Die Inszenierungen von Rimini Protokoll bewegen mich sehr, da sich die Fiktion zugunsten der Dokumentation auflöst. Diese Glaubwürdigkeit schafft eine Nähe, der ich mich kaum entziehen kann.“

Angelika Nauck, Vorsitzende der Schauspielfreunde (GFS): „Meine Liebe gehört im Besonderen allen Stücken von Ibsen, die ich nie müde werde zu sehen mit einer Sprache, die berührt, und Themen, die nie an Aktualität verlieren und immer Bezüge zum eigenen Erleben aufzeigen. So freue ich mich mit Spannung auf John Gabriel Borkmann, noch dazu in der Regie von Tom Kühnel, dessen Arbeiten am Haus ich sehr schätze (aktuell „Der Vorname“, „Franz. Revolution“). Und empfehlen werde ich im Freundeskreis den selten gespielten Torquato Tasso, den wir als Schauspielhausfreunde ganz bewusst am Ballhof unterstützen.“

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Julia Helmke, Pastorin und Filmpublizistin, Kulturbeauftragte der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers: „Von Berufs wegen bin ich natürlich auf den „musikalischen Götzendienst“, die Sympathie für den Teufel von Florian Hertweck gespannt. Als Theologin ist die Frage nach dem Bösen in der Welt eine, für die es viel Glauben braucht, auch beim Nachdenken, wofür die Chiffre „Teufel“ in der jeweiligen Gegenwart steht. Dem sich so ernsthaft wie spielerisch über die Musik zu nähern, lässt mich hoffen. - Daneben: Ich reise leidenschaftlich gerne, im Kopf, in der Wirklichkeit und mit allen Sinnen. So freue ich mich auf innere Entdeckungsreisen beim Atlas der abgelegenen Inseln von Judith Schalansky, deren Bücher ich sehr schätze.“

Stefan Schostok, Oberbürgermeister „VV - Volkswagen und Volksrepublik China, auf dieses Stück dokumentarischer Theaterarbeit freue ich mich mit großer Spannung. Im vergangenen Jahr war ich in China und habe mich mit dem Thema Urbanisierung, Stadtentwicklung und Mobilität befassen können. Ein topaktuelles Thema auch für Hannover, nun künstlerisch verarbeitet! Ein Muss!“

Kathleen Rahn, Direktorin des Kunstvereins Hannover: „Vor dem Hintergrund der (ausufernden) Debatten der vergangenen Monate im Zusammenhang mit Überwachungsmechanismen und deren Auswertung interessiert mich besonders die Inszenierung von 1984. Sicherlich ist es keine leichte Aufgabe, den Text im Kontext unserer Gegenwart zu interpretieren, ohne dabei zu verallgemeinern, zu banalisieren oder in eine vielleicht ungewollte Komik zu geraten. Ein Stoff, der gerade heute viele Denkräume eröffnet - ich freue mich sehr auf weitere Gedankenanstöße!“

Gabriele Heinen-Kljajic, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur: „Krieg ist leider immer noch ein aktuelles Thema. Wenn die Theater an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren erinnern, geht es darum, diese Aktualität mit künstlerischen Mitteln erlebbar zu machen. Lars-Ole Walburg hat treffend beschrieben, wie eindringlich Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues" die barbarische Seite des Menschen schildert. Deshalb bin ich gespannt auf die Inszenierung des Schauspiel Hannover.“

Hauke Jagau, Regionspräsident: „Der Spielplan ist so vielfältig, dass ich mir sicher mehr als eine Premiere ansehen werde. 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ist Remarques Darstellung immer noch schmerzhaft präzise. Auf die dramaturgische Umsetzung des Themas bin ich sehr gespannt. Dick angestrichen habe ich mir auch Orwells 1984. Der Text ist aktueller denn je. Was Orwell als Dystopie gemeint hat, erscheint uns heute in manchen Teilen als beängstigende Realität. Und spannend finde ich nicht zuletzt den Ansatz von zu jung zu alt zu deutsch.“

Martine Dennewald, ab 2015 künstlerische Leiterin des Festivals Theaterformen: „Über der Idee, dass die Kunst schön, wahr und gut sein solle, steht für Gerardo Naumann wie einst für Brecht die, dass sie auch nützlich zu sein hat. Dazu infiltriert er beispielsweise Fabriken, gibt den dort arbeitenden Menschen das Wort und hofft auf einen alten Trick des Theaters: dass in der Inszenierung der Sprechenden, die immer eine Verstellung mit sich bringt, auch etwas enthüllt wird. Wie sich Naumanns künstlerische Strategie in Ich war Günter Walraff mit der Methodik des berühmten Journalisten verträgt, darauf bin ich sehr gespannt.“

Henning Hartmann, Dramaturg und Experte für panische Bühnenangst („Die Römische Octavia“): „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, mich zu freuen. An ein literarisches Schwergewicht wie die „Römische Octavia“ kommt zwar nichts heran. Aber so ein Tasso, so eine Maria Stuart, so ein 1984 - da geht doch einem jeden das Herz auf, der die großen historischen Stoffe liebt!“

Renee Steinhoff, Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen: „Frisch, analytisch, modern und stets Positionen beziehend, so schätze ich das Schauspiel und sein Programm. In diesem Sommer freue ich mich auf die Premiere am 11. September, Tor zur Freiheit. Ein Stück über jugendliche Zuwanderer, Menschen, die ihre ganze Hoffnung in das Leben bei uns setzen. Für mich geht es da um unsere Bereitschaft, uns einzulassen auf „Fremde“, aber auch auf „Teilen“. Ein altes Thema, aber auch ein hochaktuelles mit der Zuwanderung aus Osteuropa und aus anderen Teilen dieser Welt. Niemand verlässt seine „Heimat“ freiwillig!“

David Koloßka, DJ: „Das Böse fasziniert: !lefueT ned rüf eihtapmyS - Sympathie für den Teufel! Florian Hertwecks Spiel mit dem großen Verführer und Verderber, die musikalische Inszenierung des dämonischen Gegenspielers Gottes erwarte ich mit großer Neugier und Freude. Populäre Musik wurde von moralischen Wächtern nicht selten als Teufelswerk diffamiert, von den Beatles bis zu den B-52’s haben Bands für ihre discophilen Hörer sinistre Rückwärtsnachrichten vertont. Ja, ohne das Böse wären Musik und Schauspiel langweilig!“

Heidi Rothe, Pförtnerin im Schauspielhaus: „Ich freue mich, wenn das Haus nach der Sommerpause wieder zum Leben erweckt wird. Auf meine alten und neuen Kollegen und eine interessante, hoffentlich erfolgreiche neue Saison. Gespannt bin ich auf die neue Arbeit von Mina Salehpour Alles ist erleuchtet nach dem Roman von Jonathan Safran Foer. Ich bin überzeugt, wir werden in den nächsten Jahren noch viel Gutes von dieser sympathischen und - in meinen Augen - begabten und interessanten jungen Regisseurin hören.“

Die neue Theatersaison beginnt am 20. September im Schauspielhaus mit „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque (Regie: Lars-Ole Walburg). Mehr darüber in der September-Ausgabe der „Spielzeit“!

Von Björn Achenbach

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