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Kultur Schulz wechselt nach Düsseldorf
Nachrichten Kultur Schulz wechselt nach Düsseldorf
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19:51 22.10.2014
Von Ronald Meyer-Arlt
Auch für das Burgtheater in Wien war Wilfried Schulz im Gespräch - nun wechselt er als Intendant nach Düsseldorf.
Auch für das Burgtheater in Wien war Wilfried Schulz im Gespräch - nun wechselt er als Intendant nach Düsseldorf. Quelle: dpa
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Dresden

Es hätte wohl auch die Burg sein können. Als möglicher Nachfolger von Intendant Matthias Hartmann gehörte Wilfried Schulz zum engen Kreis einer Handvoll möglicher Kandidaten. Doch in Wien hat man sich anders entschieden. Karin Bergmann, die sofort zur Stelle war, als Matthias Hartmann gehen musste, bleibt dort Intendantin. Nun aber scheint sich Düsseldorf für Wilfried Schulz zu interessieren. Der ehemalige Intendant des hannoverschen Schauspiels, der 2009 nach Dresden gewechselt war, soll das Düsseldorfer Schauspielhaus übernehmen.

Die in Düsseldorf erscheinende Tageszeitung „Rheinische Post“ berichtet, dass Schulz zur übernächsten Spielzeit dort Intendant werden soll. Bei einem Treffen mit Kulturministerin Ute Schäfer sollen die letzten strittigen Fragen geklärt worden sein. Es soll bereits alles in trockenen Tüchern sein, nur der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. Die Stadt Düsseldorf bestätigte bisher nur „gute Gespräche“.

Das größte Sprechtheater in Nordrhein-Westfalen steckt in einer schweren Krise. Das Interesse der Zuschauer geht kontinuierlich zurück, zuletzt lag die Auslastung bei katastrophalen 45 Prozent. Der 2011 angetretene Intendanten Staffan Holm trat im November 2012 wegen eines Burnouts zurück. Der kaufmännische Direktor Manfred Weber, der danach auch die künstlerische Leitung übernommen hatte, musste im Frühjahr gehen, nachdem beim Schauspiel ein Fehlbetrag von 5,4 Millionen Euro aufgetreten war.

In solch einer Situation suchen Kulturpolitiker einen Intendanten, der intelligentes und unterhaltsames Theater gleichermaßen zu machen versteht, und Theater wieder zum Stadtgespräch machen kann. Schulz, 62 Jahre alt, kann das. Das hat er auch in Hannover gezeigt, seiner ersten Station als Intendant. Im Jahr 2000 war er hier als Nachfolger von Ulrich Khuon angetreten, zuvor war er – als Chefdramaturg – Frank Baumbauer von Basel ans Deutsche Schauspielhaus nach Hamburg gefolgt. Es war eine Erfolgsgeschichte.

In Dresden hat Schulz viel bewirkt. Die Auslastungszahlen sind deutlich gestiegen, das Publikum hat sich verjüngt, es gab eine Einladung zum Berliner Theatertreffen, der Theaterpreis Faust ging nach Dresden. Schulz hat ein gutes Gespür für richtige Neuerungen. In Dresden – wo sein Vertrag noch bis 2018 läuft – etablierte er die Sparte „Bürgerbühne“, auf der die, die sonst zuschauen, selber Theater spielen können. In Düsseldarf wäre man für derartige Anregungen dankbar.

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