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Kultur Heavy-Metal-Band Saxon rockt das Capitol
Nachrichten Kultur Heavy-Metal-Band Saxon rockt das Capitol
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01:06 05.03.2018
Saxon rockt das Capitol. Quelle: Florian Petrow
Hannover

 Der Bühnenhintergrund zeigt das Motiv des vor einem Monat neu erschienenen Albums „Thunderbolt“. Düstere Wolken sind zu sehen, ein großer Adler und Blitze. Das initiale S des Bandnamens endet in zwei schartigen Streitäxten. Welches musikalische Genre Saxon bedient, ist damit zumindest grob abgesteckt.

Dass die Band jedoch nicht irgendeine Heavy-Metal-Band ist, wird deutlich, als sich der 67-jährige Sänger Peter Byford bei 1200 euphorischen Fans im Capitol zu Beginn des Konzertes dafür bedankt, dass „Thunderbolt“ in den deutschen Albumcharts auf Platz fünf eingestiegen ist – und gegen Ende verspricht: „Zum 40-jährigen Bandjubiläum im nächsten Jahr lassen wir uns etwas Besonderes einfallen.“

Die britische Heavy-Metal-Band Saxon stellt im Capitol ihr neues Album „Thunderbolt“ vor-

Saxon mag nicht so erfolgreich sein wie die Kollegen von Iron Maiden. Als beide Bands jedoch 1980 zu Teilen einer Bewegung wurden, die sich mit viel Energie und großer Lautstärke anschickte, die eingerostete Hardrock-Szene durcheinanderzuwirbeln, bildeten sie eine gemeinsame Speerspitze. In diesem ersten wichtigen Jahr der New Wave of British Heavy Metal veröffentlichte Saxon gleich zwei wichtige Alben.

Dass die Band vier Jahre später den kurzzeitigen Versuch unternahm, ihren Stil einem kommerzielleren Markt anzupassen, nahmen die Fans allerdings übel – sie konnte nie wieder an ihre alten internationalen Erfolge anknüpfen. Umso mehr freut sich Byford über den Jubel des Publikums in Hannover, das auch ganz neue Songs begeistert feiert.

„Es geht doch eigentlich nur um die Musik und die Leidenschaft“

Die Fans danken der Band, dass sie sich ihre Energie bewahrt hat, dass die alten Hits noch zünden und die neuen in ihrer Wucht nicht nachstehen. Manche, wie „Sniper“ oder „Predator“, erscheinen kompromissloser, härter – als wolle Saxon nochmal ausloten, wie weit die Kraftreserven reichen. Mit melodischen Gitarrensoli und treibenden Anschlägen, gepaart mit einem mächtigen, aber keinesfalls stupiden Schlagzeugsound, haben sie sich die Dynamik bewahrt, die Klassiker wie „Heavy Metal Thunder“, „Wheels Of Steel“ oder „747“ ausmacht. Die ungebrochene Bühnenpräsenz verdankt Saxon aber vor allem dem charismatischen Byford und dessen hoher, rauer, durchdringender Stimme.

Er dominiert die Bühne in einem Uniformmantel mit zweireihigen Goldknöpfen, wie ein Feldherr, der mit überlegener Ruhe und großem Selbstbewusstsein auf eine Schlacht blickt, die er bereits gewonnen weiß. Seine Stimme kommt noch nach ganz oben, seine langen, blondierten Haare vermag er noch stilecht kreisen zu lassen – wenn auch jeweils nicht für besonders lange. „Es ist doch egal, wie alt ihr seid“, sagt er trotzig. Und fügt hinzu: „Es geht doch eigentlich nur um die Musik und die Leidenschaft.“

Am Montag, 19. März, um 19 Uhr spielt die Metal-Band Heaven Shall Burn im Capitol.

Von Thomas Kaestle

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