Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Helene Fischer und Grönemeyer gewinnen Echos
Nachrichten Kultur Helene Fischer und Grönemeyer gewinnen Echos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:20 27.03.2015
Foto: Die 30-jährige Fischer gewann zum zweiten Mal mit ihrem "Farbenspiel" in der Kategorie Album des Jahres.
Die 30-jährige Fischer gewann zum zweiten Mal mit ihrem "Farbenspiel" in der Kategorie Album des Jahres. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Überschattet von der Flugzeugkatastrophe in den Alpen ist der deutsche Musikpreis Echo verliehen worden. Das Erste übertrug die Live-Show aus den Berliner Messehallen, in der Schlagerstar und Top-Favoritin Helene Fischer (30) ihre vier Nominierungen in Preise verwandelte.

In Berlin wird am Donnerstagabend zum 24. Mal der Musikpreis Echo für die erfolgreichsten Musikproduktionen verliehen. 

Die Schlagersängerin gewann zum zweiten Mal in Folge mit „Farbenspiel“ den Preis für das Album des Jahres, außerdem auch in der Kategorie Musik-DVD/Blu-Ray-Produktion National. Ihr Ohrwurm „Atemlos durch die Nacht“ wurde zum Hit des Jahres. Den Preis in der Kategorie Schlager überreichte ihr Til Schweiger, mit dem sie einen „Tatort“ gedreht hat, der im Herbst im Ersten zu sehen sein soll.

Schweiger lobte Fischer als „nice“. Fischer bedankte sich und sagte: „Wir haben den „Tatort“ gedreht und ich weiß, einige werden enttäuscht sein, dass ich nicht gleich in den ersten fünf Minuten erschossen werde. Aber ich kann euch nicht jeden Gefallen tun.“

In den vergangenen beiden Jahren hatte Helene Fischer die Echo-Gala selbst moderiert. Die diesjährige Gastgeberin Barbara Schöneberger sagte zum Auftakt wegen Fischers vier Nominierungen: „Herzlich willkommen zu den Helene-Fischer-Festspielen.“

Die Echo-Veranstalter setzten zwei Tage nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich ein Zeichen der Trauer: Mit 150 Kerzen auf der Bühne für jeden Toten und einer Schweigeminute begann die Gala. Als Reaktion auf das Unglück hatte Sponsor Germanwings seine Echo-Teilnahme abgesagt. Unter den Logos auf Stellwänden hingen schwarze Aufkleber. Aufschrift: „4U9525 - In stiller Anteilnahme“.

Nach der Schweigeminute ging das Gedenken gleich weiter: Stars wie Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer erinnerten an den im Dezember gestorbenen Udo Jürgens und sangen dessen Lied „Ich weiß, was ich will“. Grönemeyer wurde später als Künstler Rock/Pop National geehrt. Der 58-Jährige bedankte sich auf der Bühne, „auch wenn man sich an einem Tag wie heute etwas gedämpft freut“.

Das Ethno-Pop-Bandformat Oonagh mit der Sängerin Senta-Sofia Delliponti (24) wurde zur Künstlerin Rock/Pop National gekürt und holte auch einen Newcomer-Preis. Schlagersängerin Andrea Berg wurde als Live-Act National geehrt, die Hamburger Gruppe Revolverheld als Band Rock/Pop National. Das Projekt Unheilig mit Frontmann Der Graf, das sich von der Bühne verabschieden will, gewann im Bereich Rock/Alternative National, AC/DC in derselben Kategorie International. Den Preis erhielten die Altrocker in einem Einspielfilm von Thomas Gottschalk in Los Angeles.
In der Kategorie Volkstümliche Musik siegte der österreichische Volks-Rock’n’-Roller Andreas Gabalier. Künstler Rock/Pop International wurde der britische Singer-Songwriter Ed Sheeran.

In der Kategorie Hip-Hop/Urban siegte der Rapper Kollegah („King“), der Mitte März noch vor Gericht stand wegen einer Disco-Schlägerei - das Verfahren wurde gegen 46 000 Euro Geldauflage eingestellt. Mit dem Preis in der Hand dankte er nun seiner Mama und scherzte: „Ich hätte eigentlich gedacht, den nimmt Helene Fischer auch noch mit.“

Einige Preisträger waren schon vor der Gala bekannt: Udo Lindenberg (68) erhielt den Sozial-Echo unter anderem für sein Engagement zur Überwindung der deutschen Teilung und für Toleranz und gegen Neonazismus. Seinem Laudator Detlev Buck nuschelte er entgegen: „Danke für die geile Fella... - Laudatio“.

Die griechische Sängerin Nana Mouskouri bekam den Echo fürs Lebenswerk aus den Händen eines bekennenden Fans, des Star-Trompeters Till Brönner. Gerührt sagte sie auf Deutsch „Dankeschön, Dankeschön“. In einer englischen Rede nannte sich die 80-Jährige „eine europäische Sängerin“. „Meine Geschichte gehört auch hierher nach Deutschland.“

Den Musikpreis Echo Pop gewinnen kann in den meisten Kategorien nur, wer auch in den Charts erfolgreich war. Nominiert sind die Bestplatzierten der offiziellen deutschen Top-100-Album-Charts. Eine Jury wählt dann aus den fünf Bestplatzierten je Kategorie ihre Favoriten. Der Echo gilt als wichtigster deutscher Musikpreis.

dpa

Kultur Kunst bei Kestner - Schau mit Haken
26.03.2015
Kultur „Tod den Hippies – Es lebe der Punk!“ - Zugedröhnte Insulaner
Stefan Stosch 26.03.2015
Kultur Giora Feidman und Ben Becker - Ganz schön traurig
Daniel Alexander Schacht 25.03.2015