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Kultur Himmlisch schöne Klänge in der Oper
Nachrichten Kultur Himmlisch schöne Klänge in der Oper
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11:45 12.01.2015
So lebensfroh wie bei dem Konzert klingt eine Messe selten. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

So lebensfroh klingt eine Messe selten. Gabriel Fauré und sein Schüler André Messager haben 1881 eine Vertonung des Messtextes für eine Fischergemeinschaft an der normannischen Küste geschrieben. Farbig und von blühender Melodik ist das Kyrie, mitreißend lebensfroh das Gloria, das Sanctus schwingt sich zu himmlischen Höhen auf und der Ausklang des Agnus Dei auf dem Text „Dona nobis pacem“ ist von sanfter Versöhnlichkeit. Ganz weltlich und leicht klingt dieses Kabinettstückchen unter den Messvertonungen.

Gudrun Schröfel stellte es ans Ende des traditionellen Neujahrskonzerts des Mädchenchors in der Oper, ein gelungener Schlusspunkt, mitreißend gesungen und musiziert. Das Kammerensemble aus neun Instrumentalisten war mit Mitgliedern des Opernorchesters und berühmten Gästen besetzt. Sharon Kam zum Beispiel war dabei, die weltweit gefragte, in Hannover lebende Klarinettistin.

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Der Auftakt gebührte den Jüngsten. Vokale Grundstufe, Vorklasse und Nachwuchschor, geleitet von Georg Schönwalder und am Klavier begleitet von Swantje Bein, ließen mit Ausschnitten aus Siegfried Strohbachs bildhaftem Werk „Tanzrüber, tanz nüber“ keine Zweifel daran aufkommen, dass es um die Zukunft des Chores bestens bestellt ist. Der Hauptchor eröffnete die Bühne mit Ausschnitten aus Purcells „King Arthur“ und brachte als Kollektiv wie in den solistischen Passagen seine Opernerfahrung trefflich ein, hier wie bei den folgenden Werken kompetent von Nicolai Krügel am Klavier begleitet.

Begeisterter Applaus im Opernhaus

Alfred Koerppen hat schon mehrere Werke für den Mädchenchor geschrieben. „Zauberwald“ ist für die Teilnahme am ersten Deutschen Chorwettbewerb entstanden und hat die jungen Damen aus Hannover zum Sieg geführt. Mit einer Kurzfassung des ausgesprochen lautmalerischen, sehr plastisch mit dem Text um die Zauberwald-Geschichte arbeitenden Stückes stellten die Sängerinnen nicht nur ihr vokales, sondern auch ihr darstellerisches Können dar.

Umrahmt wurde das alles von den fünf Sätzen eines Quintetts für Blechbläser, das der junge hannoversche Komponist Marcus Aydintan als Auftragswerk für diesen Vormittag geschrieben hat. Die Sätze sind Miniaturen, tragen Züge von Fanfaren oder Märschen, lassen die Instrumente auch grell durch den Raum schallen. Ein sehr wirkungsvoller Kontrast zu den Chorstücken, gespielt vom klangstarken Ensemble Schwerpunkt.

Ein ebenso vielschichtiges wie anspruchsvolles Programm hatte Gudrun Schröfel für ihren Chor zusammengestellt. Wie sehr sie es schafft, ihrem Ensemble Leidenschaft und Freude am Singen zu vermitteln, dafür war dieses Konzert einmal mehr ein lebendiger Beweis.

Nach „I Will Follow Him“ aus „Sister Act“ gab es begeisterten Applaus im gut gefüllten Opernhaus.

Christian Schütte

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