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Kultur Hennigs mit neuem Hannover-Historienroman
Nachrichten Kultur Hennigs mit neuem Hannover-Historienroman
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00:32 06.03.2015
Von Martina Sulner
Das hannoversche „Königinnen-Denkmal“ mit Luise (l.) und Friederike. Quelle: Frank Radel
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Auf dem Weg zur Königin von Hannover wird sie zweimal Witwe, bekommt zehn Kinder, von denen mehrere früh sterben, sie wird vom preußischen Hof verstoßen, lebt in der bayerischen Provinz, flüchtet vor den Truppen Napoleons. Bei ihrer ersten Hochzeit ist sie gerade mal 15; als sie ihren dritten Ehemann Ernst August, den späteren König von Hannover, kennenlernt, ist sie Ende 30. Ein wechselvolles Leben.

Dieser Satz ist auch das Motto von Bettina Hennigs Roman „Friederike. Prinzessin der Herzen“. Die Hamburger Journalistin und Autorin, die 2009 einen Roman über Friederikes ältere Schwester, die Preußenkönigin Luise, veröffentlicht hat, erzählt in ihrem Historienschmöker gut 20 Jahre aus dem Leben der Prinzessin. Da geht es nach allen Gesetzen des Genres detailliert, gefühlvoll und süffig zur Sache. Die Autorin schreibt an den historischen Fakten entlang, aber mit Mut zur eigenen Sichtweise auf diese Biografie.

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Der Roman setzt ein, kurz bevor Friederike 1793 mit dem Preußenprinz Ludwig verheiratet wird. Ganz Berlin liegt der hübschen Frau zu Füßen – nur ihr Gatte nicht. Der erkennt erst bei der schwierigen Geburt des ersten Sohnes, was er an seiner Friederike hat. Was dann so klingt: „Er bat um Vergebung aller seiner Sünden und versprach, seine arme Frau zu ehren und zu lieben, wie er es schon einmal vor Gott geschworen, aber nie getan hatte.“

„Friederike. Prinzessin der Herzen“

Bettina Hennig: „Friederike. Prinzessin der Herzen“. Goldmann Taschenbuch. 604 Seiten, 9,99 Euro. Am 8. März, 15 Uhr, stellt die Autorin gemeinsam mit Heinrich Prinz von Hannover den Roman in der Kuranlage Bad Rehburg vor.

Wer es nicht so mit den gekrönten Häuptern hat, wird an dem Buch eher wenig Freude finden. Etwa wenn da zu lesen ist von der „wohltemperierten Mischung aus Noblesse und Herzenswärme, wie sie nur der wahre Adel für sich beanspruchen“ kann. Subtil ist an dem Roman wenig, alles wird üppig ausgemalt. Das hat den Vorteil, dass der Leser einen guten Eindruck vom adligen Leben jener Epoche und von den politischen Verwerfungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts bekommt. Und man spürt, dass die Autorin ein Faible für Architektur und Mode hat: Die Beschreibungen der Schlösser und Kleider sind sehr gelungen.

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