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14:49 25.10.2013
Die Hofer Filmtage widmen sich US-Filmemacher. Quelle: dpa
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Hof

Es ist ungewöhnlich mild in diesen Herbsttagen in Hof. Viele Menschen sitzen bei 20 Grad draußen in den Straßencafés oder holen sich ihren Mittagssnack in der Bratwurstbude direkt vor dem Kino. Die vielen Filmfans, Regisseure, Drehbuchautoren, Schauspieler, Produzenten und Kameraleute sind jedoch nicht zum Kaffeetrinken oder Wurstessen zu den Filmtagen nach Hof gekommen - es geht um das, was in den Kinosälen über die Leinwand flimmert. "Aber gegen eine Mittagspause in der Sonne ist nichts einzuwenden", sagt Festivalchef Heinz Badewitz.

Die Hofer Filmtage sind ein Festival, bei dem es nicht um schöne Roben auf roten Teppichen geht, um Schampus oder Blitzlichtgewitter. Die Filme und ihre Macher stehen im Mittelpunkt - das Publikum darf Schauspieler und Regisseure mit Fragen löchern und Komplimente genauso loswerden wie Kritik.

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So sitzt auch das Team des Films "Die Frau, die sich traut" auf dem Podium. Der Streifen kommt am 12. Dezember in die deutschen Kinos. Regisseur Marc Rensing zeigt darin eine starke Frau, die nach einer Krebs-Diagnose eine Behandlung ablehnt und sich ihren Traum erfüllen will: durch den Ärmelkanal schwimmen.

"Dabei habe ich eine Menge über Frauen gelernt", sagt Rensing. Und Hauptdarstellerin Steffi Kühnert erzählt, dass sie mit einem Schwimmtrainer geübt hat, um für die Dreharbeiten gerüstet zu sein. Beim Hofer Publikum kommt der Film gut an, es gibt Lob für Musik, Kameraführung und den Drehort am Ostseestrand.

An diesem Sonntag (27. Oktober) enden die Filmtage in Hof. Gezeigt werden bis dahin fast 130 Werke.

Im vergangenen Jahr durfte der schillernde Filmemacher Rosa von Praunheim zu seinem 70. Geburtstag in Hof 70 eigens gedrehte Filme präsentieren. Die diesjährige Werkschau ist einem in Deutschland eher unbekannten Mann gewidmet: Michael Oblowitz stammt aus Südafrika und arbeitet in den USA.

Oblowitz mutet seinem Publikum keine leichten Stoffe zu: Psychologie-Studenten machen gefährliche Grenzerfahrungen, Vampire unterwandern die USA oder Kinder werden Zeugen eines Mordes. Aber um Mainstream ist es in Hof sowieso nie gegangen. Es sei doch spannend, einen Filmemacher wie Oblowitz zu entdecken, sagt Badewitz. Dabei ist Oblowitz schon 61 Jahre alt und beileibe kein Nachwuchstalent mehr.

Aber auch hier bleiben die Hofer Filmtage sich treu: "Es sind viele junge Talente hier, die ihre ersten Arbeiten vorstellen", sagt Badewitz. "Hier kann man die neuen Werner Herzogs und Rainer Werner Fassbinders entdecken." Den Hofer Organisatoren geht es nicht darum, möglichst viele berühmte Namen zu sammeln, sondern die Vielfalt des Filmemachens zu zeigen. Womöglich sind deshalb die Mittagspausen in der Herbstsonne so entspannt.

dpa

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