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Kultur „Ich hätte alles dagelassen“
Nachrichten Kultur „Ich hätte alles dagelassen“
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11:28 04.11.2011
Timm Ulrichs sprich im HAZ-Interview über die Schwierigkeiten eines Künstlers, Kunstwerke in den musealen Heimathafen zu lotsen. Quelle: dpa
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Hannover ist eine Straßenkunststadt. Ihre Werke aber, abgesehen vom „Kopfstein-Pflaster“ der Niedersächsischen Sparkassenstiftung am Schiffgraben, vermisst man. Nun haben Sie immerhin das Winterschutzhaus für ein Denkmal am Landesmuseum bemalt. Wie erklären Sie sich die Zurückhaltung, auch was Museumsankäufe anlangt?

Es gibt dieses hannoversche Minderwertigkeitsgefühl, die eigenen Künstler betreffend. Das Düsseldorfer Kunstmuseum sammelt gezielt Düsseldorfer Künstler, das Münchener Lenbachhaus Kunst, die in München entstand, und die Berlinische Galerie sammelt Berliner Künstler: Dada, Naum Gabo, Edward Kienholz. In Hannover gibt es das nicht in vergleichbarer Weise. Kurt Schwitters wurde auch lange nicht beachtet. Es mussten erst die große Monografie von Werner Schmalenbach und Intervention von Künstlern kommen. Werner Schreib hat in den sechziger Jahren vorgeschlagen, Hannover in Schwitters-Stadt umzubenennen. Ich selbst habe 1967 eine Anzeige in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ geschaltet, in der ich meine Vermählung mit Anna Blume bekannt gab. Erst zwanzig Jahre nach seinem Tod ist Schwitters in Hannover wieder langsam heimisch geworden.

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Im Vorjahr, zu Ihrem 70. Geburtstag, hatten Sie im Kunstverein Hannover und im Sprengel Museum Ihre große Schau „Betreten der Ausstellung verboten!“. Ist davon etwas im Museum verblieben?

Als wir die Ausstellung abbauten, habe ich angefragt, ob das Sprengel Museum irgendetwas für das Haus Interessantes behalten wolle, als Dank für die Ehrung. Zudem hätten Geschenke mein Lager entlastet. Ich bekam aber mitgeteilt, das Museum wolle nichts mehr von mir haben. Ich hätte alles, außer selbstverständlich den Leihgaben aus anderen Häusern, dagelassen, von der Installation „San Gimignano“ aus kopfstehenden Tischen und Pflastersteinen bis zu den eigens für die Ausstellung angefertigten „Text-Schildern“ aus weißem Aluminium mit Aufschriften wie „Können Sie mir diese Frage beantworten?“ oder „Lesen Sie diesen Satz nicht zu Ende!“.

Das komplette Interview lesen Sie in der Donnerstagausgabe der HAZ oder im E-Paper

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