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17:10 14.08.2013
Regisseurin Sofia Coppola erzählt in „The Bling Ring“ die wahre Geschichte einer jugendlichen Diebesbande. Quelle: dpa

Frau Coppola, wie haben Sie Paris Hilton dazu gebracht, im Film aufzutreten?
Hilton war Lieblingsopfer der Jugendgang, nun stellt sie ihr Haus für einen Film über die Bande zur Verfügung. Sie hat ihre Kleiderzimmer ohne zu zögern für uns geöffnet. Sie hat auch nichts extra weggeräumt, bevor unser Filmteam sich bei ihr breitmachte.

Hat es Hilton nicht gestört, dass der Umgang mit ihr im Film so eine ironische Note hat?
Ach, sie mag das. Sie spielt ja selbst mit ihrem Image. Hilton ist eine öffentliche Person. Je größer das Publikum, desto besser fühlt sie sich. 

Noch erstaunlicher, wie leicht die Kids in die Villen der Stars gelangen. Gibt es in Hollywood keine Alarmanlagen?
Mich hat das auch überrascht. Es muss da so ein falsches Gefühl der Sicherheit geben. Inzwischen hat zumindest Paris Hilton ein Gitter vorm Haus.

Haben Sie bei den Recherchen über diese vom Starruhm angefixten Jugendlichen auf Erfahrungen aus Ihrem eigenen Leben zurückgegriffen?
Ich habe versucht, diese Teenager zu verstehen, mich an ihre Stelle zu versetzen – zum Beispiel wie es ist, wenn man sich unbedingt einer Gruppe zugehörig fühlen möchte. 

Regisseurin Sofia Coppola erzählt in „The Bling Ring“ die wahre Geschichte einer jugendlichen Diebesbande, die es auf die Häuser der Reichen und Schönen in Hollywood abgesehen hat. Der Film startet am 15. August im Kino.

Das ist alles? Sie sind doch selbst inmitten von Hollywood-Prominenz aufgewachsen.
Eher auf dem Land in Nordkalifornien. Und damals war das eine andere Zeit – ohne Internet und Designer-Wahn. Heute lebe ich mit meinem Mann und meinen beiden Töchtern in New York. 

Wo, glauben Sie, kommt diese Sehnsucht her, berühmt zu sein?
Ganz neu ist das ja nicht: Denken Sie an Andy Warhols Ausspruch vom 15-minütigen Ruhm für jeden. Aber ich glaube, dass all diese Realityshows eine gewichtige Rolle spielen. Und Facebook: Jeder findet sein Publikum und fühlt sich, als wäre er berühmt. Diese Kids machen ständig Fotos von sich selbst. Sie wollen gar keine Privatsphäre mehr. 

Mit dem Film geben Sie den Jugendlichen wiederum ein öffentliches Forum – eine schwierige Gratwanderung, oder?
Ich habe alle Namen geändert. Und diese Story ist es wert, erzählt zu werden. Am Anfang mag die Geschichte verführerisch rüberkommen, dann wird sie immer düsterer. Ich wollte die Taten keineswegs verherrlichen – die Kids aber auch nicht verurteilen. 

Was war denn bei der Recherche der überraschendste Moment?
Eines der Mädchen hat auch im Nachhinein nicht unterscheiden können: Sie hat geglaubt, sie werde interviewt, weil sie berühmt sei – und nicht wegen der Raubzüge. Das war irritierend.

Was wird mit diesen jungen Leuten passieren?
Ich weiß es nicht. Zumindest der junge Mann ist reuevoll. Er ist erst vor Kurzem aus dem Gefängnis entlassen worden. 

Von Johnny Depp bis Emma Watson: Auch bei Film- und Popstars hinterlässt die Zeit ihre Spuren. Ein Überblick der auffälligsten Verwandlungskünstler.

Können Sie eigentlich noch Fragen zu Ihrer berühmten Familie ertragen?
Ich bin dran gewöhnt. Fragen Sie. 

Wie war das, als Sie begonnen haben, eigene Filme zu drehen? Besonders schwer oder besonders leicht?
Manche haben gefragt: Hat Ihr Vater das Casting übernommen? Oder: Welche Rolle hat Ihr Bruder gespielt? Aber diese Zeit ging schnell vorüber. 

Werden Sie irgendwann mit Ihrem Vater Francis Ford Coppola einen Film drehen?
Ich bezweifle es. Aber man weiß ja nie – allerdings ist sein Arbeitsstil so ganz anders als meiner. 

Gibt es zumindest regelmäßige Familientreffen, bei denen sich Ihre Familie gegenseitig neue Werke vorführt?
So was machen wir nicht. Aber ich bin am Feedback meines Vaters interessiert. Manchmal sagt er, dass er etwas anders gemacht hätte. Aber mit dieser Meinung stimmt meine eben nicht überein.

Interview: Stefan Stosch

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