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Kultur „Iron Man 2“: Robert Downey Jr. wieder eisenhart
Nachrichten Kultur „Iron Man 2“: Robert Downey Jr. wieder eisenhart
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21:52 07.05.2010
Von Ernst Corinth
Robert Downey Jr. hat als Iron Man die Menschheitsfeinde fest im Blick. Der Film ist die Fortsetzung des Sommerhits von 2008. Quelle: Concorde
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Wobei in dem letzten Beitrag dieser kleinen geplanten Reihe – dann unter dem Markenzeichen „The Avengers“ („Die Rächer“) – gleich mehrere Comichelden aus dem Hause Marvel auftreten sollen, unter anderen der grüne Hulk und auch der düstere Nick Fury (Samuel L. Jackson), der in „Iron Man 2“ schon kurz mit von der Partie ist und den Comicfans als Anführer der Organisation S.H.I.E.L.D. kennen.

Die Idee, Robert Downey Jr., der eigentlich mehr ein Charakterdarsteller ist, für die Titelrolle zu verpflichten, entpuppt sich immer mehr als großer Glücksgriff, so lässig und gleichzeitig so melancholisch verzweifelt wirkt er in dieser Rolle. Und auch die Idee, den damals als Regisseur weitgehend unbekannten Jon Favreau zu engagieren, statt auf Nummer sicher zu gehen, hat sich gleich bei dem ersten Teil 2008 mehr als ausgezahlt. Auch „Iron Man 2“, der bisher noch gar nicht in Nordamerika oder bei uns angelaufen ist, ist jetzt schon nach seinem bereits erfolgten Kinostart in Süd- und Mittelamerika ein großer Kassenerfolg. Und allein für die USA erwartet man am kommenden Startwochenende ein Einspielergebnis von 120 Millionen US-Dollar. Obwohl bereits die ersten Raubkopien im Internet kursieren sollen.

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Tatsächlich hat das neue Spektakel auch einiges zu bieten. Dass die eigentliche Story ziemlich dünn daherkommt, ist da einfach genreüblich. Man darf schließlich Supermänner und ihr Publikum nicht überfordern. Das Schauspielerensemble, das hier seinen Auftritt hat, ist jedenfalls erstklassig.

Neben Downey und dem schon erwähnten Jackson sind dies unter anderem Gwyneth Paltrow („Shakespeare in Love“), als Starks Assistentin Pepper Potts eine richtig treue Seele. Dann Scarlett Johansson („Lost in Translation“), die die schwarze Witwe verkörpert und dabei elegant Männer verdrischt wie einst Emma Peel oder wie eine moderne Schwester von Catwoman. Und natürlich überzeugen die beiden Bösewichte: der durchgedrehte Russe Ivan (Mickey Rourke, „The Wrestler“), nur echt mit weißen Haarsträhnen in der Langhaarperücke und dem obligatorischen Streichholz im Mundwinkel. Und der Waffenmagnat Justin Hammer (Sam Rockwell, „Frost/Nixon“), der fürchterlich eifersüchtig auf den Erfolg Tony Starks ist.

Und erfolgreich ist dieser Stark nun einmal. Er hat den Weltfrieden gleichsam zu seiner Privatangelegenheit erklärt und hält dabei mit seinen übermächtigen Kräften, die ihm eine Art einverleibter Reaktor und seine tolle eiserne zweite Haut verleihen, das Böse auf unserer Erde in Schach. Seinen großen Erfolg feiert er übrigens in aller Öffentlichkeit, tritt dann auf wie ein Megapopstar, ähnelt aber auch dem Apple-Guru Steve Jobs. Und gleichzeitig hat dieser äußerlich oft arrogant wirkende Typ auch seine dunklen, ja, fast depressiven Momente. Der erwähnte Reaktor verleiht ihm nämlich nicht nur enorme Kräfte, sondern vergiftet langfristig sein Blut.

Am 6. Mai startet die Comic-Verfilmung „Iron Man 2“ in den deutschen Kinos.

Dieser eher grüblerische Typ, der – um Himmels willen – auch noch ein Problem mit seinem Vater hat, steht vor allem im Mittelpunkt des ersten Teils, der daher fast eine Charakterstudie eines doppelgesichtigen Supermenschens ist. Aber keine Bange: Es gibt natürlich auch in dieser Hälfte herrlich krachende Actioneinlagen, beispielsweise ein irrwitziges Formel-1-Rennen in Monaco. Und es gibt genügend witzige, ja, selbstironische Einfälle und Szenen.

Im zweiten Teil steht dann eindeutig die Action im Vordergrund mit allem, was an Spezialeffekten heute dazugehört. Und den Grund des hübsch anzuschauenden Getöses liefern Starks Konkurrenten Hammer und der böse Ivan, die unseren Helden gleich mit einer Armee von ausgeklügelten Kampfmaschinen herausfordern. Obwohl auch sie eigentlich längst wissen müssten, dass gegen echte Supermänner kein Kraut gewachsen ist.

Zumindest im Kino. Aber Bösewichte schauen wohl keine Filme.

Dünne Story, tolle Action: Ein typischer Genrefilm. Im Cinemaxx Nikolaistraße, Cinemaxx Raschplatz, Cinestar, Utopia.

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