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Kultur J.K. Rowling schrieb Krimi unter Pseudonym
Nachrichten Kultur J.K. Rowling schrieb Krimi unter Pseudonym
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16:11 15.07.2013
J.K. Rowling hat ein neues Buch geschrieben.
J.K. Rowling hat ein neues Buch geschrieben. Quelle: dpa
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London

Dass er eigentlich aus der Feder Rowlings stammt, deckte jetzt die „Sunday Times“ auf.

„Ich hatte gehofft, ich könnte mein Geheimnis noch ein bisschen länger bewahren“, sagte Rowling der Zeitung. „Es war so eine befreiende Erfahrung. Es war wundervoll, etwas ohne den ganzen Hype und die Erwartungen zu veröffentlichen, und ein pures Vergnügen, Kritiken und Feedback unter einem anderen Namen zu bekommen.“

Die „Sunday Times“ hatte Verdacht geschöpft, weil man dort der Meinung war, dass das Buch für einen Debüt-Roman extrem ausgefeilt sei. Es geht darin um einen Kriegsveteranen, der zum Privatdetektiv wird. Zur Biografie von Robert Galbraith hatte es geheißen, er sei selber einst Soldat gewesen. Nach Angaben der Zeitung wurden bislang 1500 Exemplare verkauft.

Im September 2012 war unter großer Medienaufmerksamkeit das erste Buch von Rowling für Erwachsene erschienen, der sozialkritische Roman „Ein plötzlicher Todesfall“. Auch „The Cuckoo’s Calling“ erschien beim Verlag Little, Brown Book Group, ein weiterer Teil soll in Planung sein. Rowling war mit ihrer Reihe um Zauberlehrling Harry Potter weltberühmt geworden. 

Von jeher haben Autoren einzelne ihrer Werke oder ihre gesamte Produktion unter Decknamen herausgebracht. Gründe dafür gab es viele. Berühmte Beispiele:

- Der französische Schriftsteller Stendhal (1783-1842) hieß eigentlich Marie Henri Beyle. Er wählte seinen Literaturnamen aus Sympathie für den Kunstgelehrten Johann Joachim Winckelmann nach dessen Geburtsort.
- Die französische Schriftstellerin Amandine Aurore Lucile Dupin (1804-1876) versteckte sich hinter dem Männernamen George Sand, um ihre freimütigen Romane unbehelligter veröffentlichen zu können. Den Decknamen leitete sie vom Namen ihres Geliebten Jules Sandeau ab.
- Auch hinter dem britischen Erfolgsautor George Eliot (1819-1880) verbirgt sich eine Frau, Mary Ann Evans. Sie hatte unter männlichem Pseudonym geschrieben, weil sie wusste, dass sie als Frau weniger Chancen auf Veröffentlichung hatte.
- Der US-Amerikaner Samuel Langhorne Clemens (1835-1910) ging als Mark Twain in die Literaturgeschichte ein. Das Pseudonym ist ein Ausdruck aus der Seemannssprache und bedeutet zwei Faden (rund 3,75 Meter) Wassertiefe. Er erinnert an seine Zeit als Steuermann.
- Der deutsche Autor Kurt Tucholsky (1890-1935) ging mit seinen Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel geradezu spielerisch um. Im Blick auf sie veröffentlichte er einen Band mit dem Titel „Mit 5 PS“.
- Der US-amerikanische Autor Stephen King schrieb zwischen 1977 und 1985 sieben Bücher als Richard Bachman. Damit wollte er seinen außergewöhnlichen Erfolg testen.
- Die britische Bestseller-Autorin Baroness Rendell of Babergh schreibt sowohl als Ruth Rendell als auch als Barbara Vine Krimis und psychologische Romane.
- Hinter dem Pseudonym Nicci French verbirgt sich das britische Autoren-Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Das Paar hat sich mit Kriminalromanen und Thrillern einen Namen gemacht.

dpa

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