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Kultur Jasmin Ramadan über "Soul Kitchen"
Nachrichten Kultur Jasmin Ramadan über "Soul Kitchen"
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14:30 03.02.2010
Von Martina Sulner
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Adam Bousdoukos sieht aus, als ob er ziemlich gern isst. Zwar wirkt er ein bisschen abgespannt an diesem Abend im Literarischen Salon Hannover, aber nicht übertrieben schlank. Mit Essen kennt sich der 36-Jährige aus: Bis vor einem Jahr hat er in Hamburg-Altona ein griechisches Restaurant besessen und geführt. Selber kochen sei nicht so sein Ding, sagt Bousdoukos, sein Restaurant sollte auch eher ein Treffpunkt sein, ein Ort zum Wohlfühlen. Essen für die Seele.

Einen solchen Ort gibt es auch in Fatih Akins Film „Soul Kitchen“. Tatsächlich war das Restaurant des Deutschgriechen das Vorbild für das Lokal im Film. Zusammen mit seinem Jugendfreund Akin hat Bousdoukos das Drehbuch für die Komödie geschrieben und dazu die Hauptrolle des sympathischen, leicht desorientierten Restaurantchefs Zinos gespielt. Was dieser Zinos gemacht hat, bevor er ein Restaurant in Hamburg-Wilhelmsburg eröffnete, erzählt wiederum Jasmin Ramadan in ihrem ersten Roman „Soul Kitchen“ (im Herbst im Blumenbar Verlag erschienen).

Gemeinsam mit Bousdoukos, der schon in Akins Debüt „Kurz und schmerzlos“ mitgespielt hat, versuchte die Hamburgerin beim Salon-Abend die Zusammenhänge zwischen Buch und Film zu erläutern. Das geriet eher holprig, und als ­Zuhörer konnte man schon mal den Überblick verlieren, ob gerade vom Roman- oder Film-Zinos die Rede war. Zumal das Einspielen der Filmausschnitte technisch nicht unproblematisch verlief. Nett war der Abend immer dann, wenn Moderator Alexander Perrey die beiden Gäste einfach zum Plaudern brachte. Wenn Bousdoukos von seiner Mutter erzählte, die viel und begeistert kocht. Oder wenn Jasmin Ramadan, die sich erst gegen jegliche Interpretationen ihres Buches wehrte („bloß keine Literaturwissenschaft!“), dann doch detailliert und klug die Entwicklung ihrer Roman­figur erläuterte. Und auf eines konnten sich die beiden Gäste sofort einigen: Ohne gutes Essen taugt das Leben nichts.

Am Montag, 8. Februar, um 20 Uhr ist Autor Uwe Timm zu Gast im Salon, Königsworther Platz 1.

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