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Kultur Jo Leimberg beeindruckt das Publikum im Jazz Club
Nachrichten Kultur Jo Leimberg beeindruckt das Publikum im Jazz Club
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00:22 11.04.2018
Wie von einer anderen Welt: Josef Leimberg im Jazz Club. Quelle: Diolosa
Hannover

 An diesem Abend ist der Jazz Club nur mäßig gefüllt. Anwesend sind vor allem neuen Musikströmungen aufgeschlossene Stammgäste des Clubs im fortgeschrittenen Alter. Es hätte aber auch anders kommen können, nun ja, müssen. Das Publikum wäre jung gewesen, hätte Baseballkäppis und viel zu weite Hosen getragen. Ja, wäre nur der Protagonist des Abends nicht unter seinem bürgerlichen Namen Josef Leimberg ( was eher auf österreichische Folklore schließen lässt) angetreten, sondern unter seinem Alias Love Dragon

Als solcher ist er einer der Größen im US-Hip-Hop-Geschäft. Er hat für Snoop Doggy Dog und den neuen, Grammy-gekrönten Rap-Superstar Kendrick Lamar Stücke produziert, mit Dr. Dre gearbeitet und als Trompeter für Größen wie Erykah Badu oder Robin Thicke gedient. Nun möchte er endlich sich selbst verwirklichen und als Solo-Künstler seiner alten Liebe, dem spirituell angehauchten Jazz der Sechziergjahre nachgehen. „Astral Progressions“ heißt sinnstiftend sein erstes Werk, das er im Jazz Club vorstellte.

Dunkle Stimmung, sphärische Linien

Ein ebenfalls aus Los Angeles stammender und dem Hip-Hop nahestehender Musiker hat mit dieser Rückbesinnung auf die großen Bewusstseinserweiterer wie Miles Davis, Sun Ra und John Coltrane gerade großen Erfolg - der Saxophonist Kamasi Washington.

Leimberg muss sich diesen noch erspielen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass seine Musik im Vergleich zu Washington verkopfter und verquerer; weniger erleuchtend und berauschend sich den Weg in die Gehörgänge der Hörer bahnt. Die Stimmung der Stücke ist dunkel, verhalten und getragen. Die Themen, vorgetragen von Leimberg und der Bassklarinettistin, Flötistin und Saxophonistin Tracy Wannome, transportieren viel Schwermut. Dazu legt Keyboarder Matthew Little abstrakte Bass-Linien, die sich mit den merkwürdigen, zischelnd-stolpernden und minimalistischen Beats nach jüngster Hip-Hop-Ästhetik von Schlagzeuger William Logan verzahnen. Gitarrist Anand Benette komplettiert mit sphärischen Linien den kosmischen Sound dieses interstellaren Quintetts.

Wie von einem anderen Stern

Nach 20 Minuten im zweiten Set ist dann auf einmal unvermittelt Schluss mit dem Ausflug durch die musikalischen Galaxien. Wie sich später herausstellt: Die Musiker haben etwa durcheinander gebracht. Sie sollten 20 Minuten Pause machen; nicht nach 20 Minuten Schluss. Ein Novum in der Jazz-Club-Geschichte. Nachdem Jazz-Club-Booker Nicolas Sempff das Missverständnis geklärt hat, kommen sie wieder auf die Bühne. Und spielen weitere 20 Minuten Musik von einen anderem Stern. Verwurzelt im Jazz. Mit Blick in die Zukunft. Jazz oder nie. 

Nächster Auftritt im Jazz Club: Blues-Musiker Mississippi Heat,  13.  April, 20.30 Uhr.

Von Bernd Schwope

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