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Kultur Johannes-Brahms-Chor in der Marktkirche
Nachrichten Kultur Johannes-Brahms-Chor in der Marktkirche
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14:50 22.11.2010
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Innere Ruhe und Gelassenheit prägen oft Arvo Pärts Chorwerke. Weshalb von ihnen auch meist eine ganz eigenartige Faszination ausgeht. Diese herauszustellen gelang dem Johannes-Brahms-Chor exemplarisch bei seinem Konzert am Vorabend zum Totensonntag. Die rund 40 Chormitglieder verinnerlichten jedenfalls unter ihrer Dirigentin Gudrun Schröfel die oft sehr berührende Schlichtheit der immer wieder ganz individuellen Klangstrukturen. Und so wurde bereits hier die Konzertüberschrift „Trostgesänge“ nicht nur klingendes, sondern auch tief bewegendes Programm. Ob Pärt geduldig, wie etwa in „Which was the son of …“, alle Vorfahren Jesu aufzählt oder in der Geschichte von Jesu Salbung in Bethanien ein nur scheinbar kühles Intervallmosaik zusammensetzt, der Chor entwickelte dabei eine Vielfalt von Klangfarben. Ebenso nuancenreich fielen die Chorstücke von Brahms aus.

Werke seines Namenspatrons gehören natürlich zum festen Repertoire des Chores. Diesmal ragte nun beim Marktkirchenkonzert die Motette „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen“ besonders hervor. Denn einerseits inniger, dann aber auch wieder intensiver ohne auch nur eine Spur angespannten Forcierens lässt sich kaum singen. So bekam dieser Brahms bei aller anfänglichen textlichen und musikalischen Bekümmernis eine selten gehörte schwebende Note. Bemerkenswert!

Zwei Motetten aus Schütz’ „Geistlicher Chormusik“ und die von Moritz Backhaus an der Orgel als sanft schillernde Farbtupfer gespielten zwei Orgelstücke Jehan Alains komplettierten ein Chorkonzert auf hohem Niveau.

Günter Helms