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Kultur Jolie: „Ich habe mich verantwortlich gefühlt“
Nachrichten Kultur Jolie: „Ich habe mich verantwortlich gefühlt“
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11:25 11.02.2012
Angelina Jolie möchte nicht Politikerin sein, aber gern auf die Politik Einfluss nehmen. Quelle: dpa
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Berlin

Warum haben Sie sich so ein schwieriges Thema für Ihr Regiedebüt ausgesucht?
Ich wollte nie einen Film als Regisseurin machen. Aber bei meinen vielen Reisen in den vergangenen zehn Jahren war ich oft frustriert. Ich habe mich gefragt, warum Menschen so viel Leid erdulden müssen und warum niemand eingreift. Gesellschaften brechen auseinander, die Humanität wird für ganze Generationen zerstört. Die Menschen verlieren so viel, man kann das nicht einfach wieder rückgängig machen.

Und warum gerade ein Film über Bosnien?
Das war der Krieg, den ich nie ganz verstanden habe. Ich wollte wissen, wie Nachbarn dazu kommen, aufeinander zu schießen. Ich habe viel recherchiert. Ich habe Kriegsopfer in Exjugoslawien getroffen. Ich war bewegt von ihren Berichten, vieles davon ist in meinen Film eingeflossen. Und schließlich waren Schauspieler von allen Seiten bereit, dabei mitzuwirken. Ich habe mich verantwortlich gefühlt.

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Haben Sie zwischendurch je daran gedacht, Ihrem Filmpaar ein Happy End nach Hollywood-Art zu gönnen?
Der Krieg hatte kein Happy End. Also hat dieses Paar auch keines. Da war so viel Schmerz und Tod. Davon wollte ich erzählen. Ich hoffe, das Publikum sieht den Film und fragt sich die ganze Zeit: Hoffentlich stoppt jemand den Wahnsinn, bevor es zu spät ist. Und dann ist es zu spät.

Der Andrang war groß. Am Donnerstag ist die 62. Berlinale eröffnet worden. Das Filmfestival begann mit dem Revolutionsdrama „Leb wohl, meine Königin!“

Sie treffen immer wieder Politiker, heute in Berlin haben Sie mit Außenminister Guido Westerwelle gesprochen. Über was?
Heute ging es vorrangig um Wohnbedingungen und Hilfe in Afrika – aber auch in Bosnien. Es ist übrigens immer gut zu wissen, welche Themen bei Politikern ganz oben auf der Agenda stehen.

Können Sie sich vorstellen, auf Politikerseite zu wechseln?
Ich wäre keine gute Politikerin. Ich könnte nicht einer bestimmten Linie folgen, darin bin ich nicht so gut. Aber ich kann Dinge beeinflussen, ohne das an die große Glocke zu hängen.

Kann es sein, dass Brad Pitt auch ganz kurz in Ihrem Film auftaucht?
Ja, er wird erschossen. Dahinter stand eine ganz praktische Frage. Es ist nicht einfach, sich glaubhaft vor einer Kamera erschießen zu lassen. Aber Brad ist wirklich gut darin, sich eine Kugel einzufangen.

Interview: Stefan Stosch

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