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Kultur Jürgen Jansen in der Galerie Drees
Nachrichten Kultur Jürgen Jansen in der Galerie Drees
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08:00 28.01.2011
Jürgen Jansen begeistert in der Galerie Drees in Hannover mit seiner neuen Werkserie der „Parrots“.
Jürgen Jansen begeistert in der Galerie Drees in Hannover mit seiner neuen Werkserie der „Parrots“. Quelle: Jürgen Jansen
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Jürgen Jansens Malerei muss man im Original sehen. Reproduktionen in Katalogen können ihr strahlendes Leuchten nur ungenügend wiedergeben. Der 1960 im nordrhein-westfälischen Rheydt geborene Künstler setzt ganz und gar auf die Farbe. Er malt zum Teil mit extrem dünnflüssigem Öl oder Acryl auf Holz- oder Aluminiumplatten. Die Platten saugen die Farbe nicht auf, sodass Jansen diese wie ein Aquarellmaler auf der Fläche verteilen kann. Bei diesem Vorgang laufen Farben zusammen und bilden amorphe Formen, die der Künstler in reizvoller Weise mit planvoll gesetzten Motiven verbindet.

Jürgen Jansen versiegelt seine lasierende Schichtenmalerei am Schluss mit einem durchscheinenden, hochglänzenden und reflektierenden Harz. Das verleiht den Farben zusätzliche Tiefe und hindert den prozessual arbeitenden Künstler an der Versuchung, weiter zu malen.

Jürgen Jansens Werke verdanken sich einem Zusammenspiel von Zufall und Kalkül. Zu seiner neuen Werkserie der „Parrots“ ließ er sich von Edward Lears im 19. Jahrhundert geschaffenen Lithografien farbenprächtiger Papageien anregen. Er nutzt diese als Bildgründe, die er durch gestische Pinselzüge und figurative Ausmalungen in reizvoller Weise verfremdet.

Das Federkleid eines Papageis wird zum Ornament, die Schwanzfedern eines anderen schlagen Rad, und ein dritter versinkt in einem gelbrotgrünen Farbsee. Ob Jansen mit dem Pinsel malt oder seine Pigmente sprüht, tropft oder gießt, stets gelingen ihm Farbchoreografien von hohem Raffinement. Nicht selten beginnt er ein Gemälde mit rasch getupften Flecken, aus denen er seine Motive so entwickelt, wie ein Betrachter ihnen beim Rorschachtest Sinn abgewinnt.

Wenn auf Jansens Malgründen exotische Sterne, Blüten und Korallen erblühen, fühlen wir uns an fremde Welten erinnert. Unsere Assoziationen wachsen in suggestiver Weise aus seinen Abstraktionen hervor. Die Farbigkeit seiner Bilder steigert der Maler, indem er nicht nur mit Öl und Acryl, sondern auch mit fluoreszierender Farbe malt, die bei Nacht leuchtet.

Im Dunkel sehen die Werke anders aus als am Tag, sodass, wer Jürgen Jansen kauft, für den Preis von einem Bild immer zwei erhält. Sehenswert!

Galerie Robert Drees, Weidendamm 15 in Hannover, bis 5. März.

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