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Kultur Justus Frantz und die Kammer-Philharmonie der Nationen
Nachrichten Kultur Justus Frantz und die Kammer-Philharmonie der Nationen
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11:29 20.12.2010
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Weihnachtszeit ist Gabenzeit. Für Justus Frantz also beste Gelegenheit, seine Freunde und Fans musikalisch reich zu beschenken. Damit die Gaben auch üppig ausfallen, hatte er diesmal in der Markuskirche die Kammer-Philharmonie der Nationen dabei. Und die ist immer für Überraschungen gut. Allein schon deren Konzertmeister Catalin Desaga: Der Mann ist ein Vulkan, was er unmissverständlich gleich zu Beginn in Bachs Doppelkonzert d-Moll für zwei Violinen zeigte. Er spielte den jungen, aus Burgdorf stammenden und sehr präsent musizierenden Geiger Philip Hildebrand kurzerhand an die Wand nach dem Motto, wonach der Lautere gewinnt.

Das gelungenere zweite Geschenk war die junge, viel beachtete hannoversche Sopranistin Ania Vegry, die sich als wertvollste Gabe dieses Abends entpuppte. Bei Bachs „Jauchzet Gott in allen Länden“ jubilierte sie strahlend im Duett mit dem Solotrompeter und ließ noch die wunderbar innig gesungene Arie „Süßer Trost, mein Jesus kommt“ folgen.

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Dann präsentierte Frantz (der gern und charmant darüber plaudert, wie er junge Künstler fördert) die russische Geigerin Ksenia Dubrovskaya mit Bachs Violinkonzert E-Dur. Sie spielte es beredt, mit einem hingebungsvoll leise abgetönten langsamen Satz. Doch Vorsicht, wenn dem Orchester sprichwörtlich die Pferde durchgehen! Da wird es dann schnell und laut, wobei man schon einmal kräftig, so in den letzten Takten des Violinkonzertes, aus der Kurve fliegen kann.

Noch mehr Bach gab es nach der Pause. Wundern konnte man sich über die Kraftmeierei in Bachs 3. Brandenburgischen Konzert ebenso wie über die sehr opulente Art, die 3. Orchestersuite D-Dur so zu präsentieren, als hätte es nie eine Diskussion zur Interpretation von Barockmusik gegeben. Doch Frantz und seine Musiker begeistern ihr Publikum gleichwohl mit dem „Glanz des Barock“.

Günter Helms

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