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Kultur Kaiser Otto IV. wird neu entdeckt
Nachrichten Kultur Kaiser Otto IV. wird neu entdeckt
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18:52 06.08.2009
Das Landesmuseum Braunschweig zeigt vom 08. August bis zum 8. November 2009 die Niedersächsische Landesausstellung zu Kaiser Otto IV. Quelle: Jens Wolf/lni
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Am Originalschauplatz rund um den Burgplatz in Braunschweig werden von Samstag bis zum 8. November bedeutende Exponate wie der Krönungsmantel und das Testament von Otto gezeigt.

Im Landesmuseum, in der Burg Dankwarderode und im Dom werden auf insgesamt 1000 Quadratmetern rund 200 Stücke ausgestellt, darunter Leihgaben aus ganz Europa. Um möglichst viele Mittelalter-Fans anzulocken, hat die Stadt Braunschweig zudem vom Ritterturnier bis zum Minnesänger-Streit ein Begleitprogramm mit 90 Veranstaltungen aufgelegt. Noch sind nicht alle Exponate ausgepackt, stehen noch einige Vitrinen leer. Mit gebotener Vorsicht stellen die Mitarbeiter in den klimatisierten Museumsräumen die wertvollen Ausstellungsstücke zurecht, die das Leben des vergessenen Kaisers beleuchten sollen. „Nicht nur die Person Otto, die ganze Epoche ist spannend“, sagt Hans-Jürgen Derda, der die Ausstellung konzipiert hat.

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„Die Welfen haben für Niedersachsen eine große Bedeutung“, betont auch Annette Schwandner vom Landesministerium für Wissenschaft- und Kultur. Das Land beteiligt sich mit 500 000 Euro an der rund 1,3 Millionen Euro teuren Ausstellung, die restlichen 800 000 Euro tragen Stiftungen, Sponsoren und das Landesmuseums selbst.

Die Schau will den rasanten Aufstieg der Städte, die Rollen der Kirche und die der Könige sowie den Alltag am Hofe von Otto darstellen. Auch Ottos Großvater und sein Vater wollten Kaiser werden, schafften es aber nie. Nur Otto machte den Traum vom welfischen Kaisertum wahr, wurde aber in der Geschichtsschreibung oft vergessen. Warum dies so war, auch dieser Frage geht die Ausstellung nach.

Als Kaiser galt Otto politisch und militärisch als nicht sehr erfolgreich und ursprünglich kam er auch gar nicht als solcher in Betracht. Nach dem Tod von Kaiser Heinrich VI. im Jahr 1197 sollte eigentlich der Staufer Philipp von Schwaben Kaiser werden, es bildete sich jedoch eine Gruppe, die dies verhindern wollte und sich für Wahl Ottos als Gegenkönig stark machte. Nach zehnjährigen Auseinandersetzungen wurde der Thronstreit 1208 schließlich zugunsten von Otto entschieden und am 4. Oktober 1209 erhielt der Braunschweiger in Rom vom Papst die Kaiserwürde.

Um Frieden zwischen den Königshäusern zu garantieren, heiratete Otto die Tochter seines jahrelangen Gegenspielers, Beatrix. Doch diese starb drei Wochen nach der Hochzeit und die Staufer sahen keine Veranlassung mehr, den Welfen zu unterstützen. Schon ein Jahr nach seiner Krönung verscherzte Otto es sich zudem mit dem Papst. Nach weiteren Niederlagen zog er sich nach Braunschweig zurück und starb am 1218 auf der Harzburg. Beigesetzt wurde er im Braunschweiger Dom.

lni

06.08.2009
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