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Kultur Kat Frankie stellt ihr neues Album „Bad Behaviour“ vor 
Nachrichten Kultur Kat Frankie stellt ihr neues Album „Bad Behaviour“ vor 
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00:18 25.03.2018
Die Sängerin und Songwriterin Kat Frankie konzentriert sich auf ihrer Tour ganz auf ihre Stimme. Quelle: Kaestle
Hannover

 Plötzlich ist da diese dunkle, geheimnisvolle Stimme – ebenso betörend wie die der australischen Liedermacherin Kat Frankie, aber nicht ihre. Wer zu Beginn des Songs „Back To Live" den Blick über die Bühne im Pavillon schweifen lässt, merkt schnell: Der Gastsänger ist eben doch Frankie selbst. Eine Software sorgt für den Stimmwechsel und macht aus der Erzählerin einen Erzähler. Das geschieht ganz selbstverständlich, fast beiläufig. Die Wahlberlinerin macht nicht viel Wirbel um all die Effekte, die sie mit jedem neuen Album beim Experimentieren mit Stimmungen entdeckt. Sie spielt sie wie zusätzliche Instrumente.

 Eine Liedermacherin ist sie auch mit ihrem vor zwei Monaten erschienenen Album „Bad Behaviour“ geblieben. Sie hat den Begriff nur ein wenig gedehnt. Was anfangs in der Tradition von Anti-Folk und reduziertem Songwriter-Pop stand, hat sie im Laufe der Jahre zunächst im Studio neu erfunden, indem sie ihre eigene Stimme versatzstückhaft immer wieder übereinanderlegte. Nun ist ihr der Akustik-Sound auch live zu langweilig geworden. In zahlreichen Kooperationen sammelte sie zuletzt neue Bühnenerfahrungen: Als Gitarristin von Olli Schulz, im Duett mit Clueso oder im Duo Keoma mit Chris Klopfer.

 Die Emotionen, die Frankie in ihre Geschichten und Kompositionen legt, sind intensiv geblieben. Auch der Ausdruck in ihrer großartigen Stimme berührt wie eh und je, gleich ob sie die Worte verträumt haucht, heiser verplaudert oder leidenschaftlich herauspresst. Gitarre spielt sie aber auf der Bühne nicht mehr. Stattdessen tanzt sie liebenswert verschroben vor ihrem Mikrofon herum und konzentriert sich ganz auf ihr Repertoire an Stimmen. Den Rest überlässt sie ihrer hervorragenden Band, die ihren luftigen, transparenten Pop mit Soul, Blues und Jazz anreichert. Bei der absurden Verbrechergeschichte „Headed For The Reaper“ klingt das pochend und ruhelos, das langsam drängelnde „Spill“ hingegen hypnotisiert mit Trip-Hop-Rhythmen.

 Auf der Bühne klingen die neuen Songs lebendiger und gelöster als auf dem Album, ihre emotionale Bandbreite zwischen Sehnsucht, Nachdenklichkeit und Lebenslust vermittelt sich unmittelbarer. Frankie scheint ausgesprochen zufrieden mit diesem neuen, vertrackteren Sound. Regelmäßig lächelt sie beim Singen. Sie verabschiedet sich von ihrem begeisterten Publikum mit der seelenvollen Rocknummer „Home“ und zeigt in den letzten Minuten nochmals eine ganz andere Seite. Verzerrte Gitarren begleiten ihren Apell, all den Gefühlen Taten folgen zu lassen: „I believe in love, but it’s never enough.“

 Am Donnerstag, 5. April, um 20 Uhr gastiert Anna Depenbusch im Pavillon.

Von Thomas Kaestle

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