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Kultur Kate Nash im Gespräch über ihre Musik und Lena
Nachrichten Kultur Kate Nash im Gespräch über ihre Musik und Lena
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09:49 16.09.2010
Am Donnerstag in Hannover: Kate Nash.
Am Donnerstag in Hannover: Kate Nash. Quelle: Handout
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Frau Nash, Ihre Lieder sind sehr unterschiedlich – inhaltlich und musikalisch. Wie würden Sie Ihre Musik einordnen?

Es gibt Einflüsse von Indiemusic. Aber auch Popmelodien. Dazu lasse ich mich von Punk inspirieren. Aber auch Worte und Geschichten sind wichtig. Es kommt darauf an, in welcher Stimmung ich bin.

Auf Ihrem neuen Album sind Lieder zu hören, die Sie nur sprechen, die eher nach Gedicht als nach Musik klingen. Oder Songs, die nur aus einigen Wörtern bestehen ...

Ja, das mache ich davon abhängig, wie ich Dinge ausdrücken möchte. Manchmal will ich sehr anschaulich sein, sehr genau beschreiben. Oder das Gegenbeispiel: Der Song „I just love you more“. Da geht es darum, eine Atmosphäre aufzubauen.

Wie kommen Sie auf Titel wie „Skeleton Song“ und „Pumpkin Soup“?

Manchmal wähle ich Titel einfach aus, weil ich ihren Klang mag. Ich denke aber nicht stundenlang darüber nach.

Kennen Sie Lena Meyer-Landrut? Sie wurde im deutschen Fernsehen bekannt, als sie Ihren Song „Foundations“ coverte. Außerdem wird ihr oft vorgeworfen, Sie zu imitieren.

Ich kenne sie, habe aber noch keine Musik von ihr gehört. Ich weiß, dass sie eine Menge Pop macht und „Foundations“ gecovert hat, aber sonst weiß ich nichts über sie oder ihre Musik.

Wie hat sich Ihre Musik zwischen dem ersten Album „Made of Bricks“ und „My best Friend is You“ verändert?

Es ist eine Menge passiert. Inzwischen bin ich 23. Als ich die ersten Songs schrieb, war ich 16 Jahre alt. Die Dinge, die mir wichtig sind, haben sich einfach mit der Zeit geändert. Ich habe neue Erfahrungen gemacht und viel gelernt. Jetzt will ich Geschichten anders erzählen oder einfach andere Geschichten erzählen. Ich möchte zum Beispiel das politische Geschehen mehr einbeziehen.

Sie sind Vegetarierin. Das wird anscheinend bei vielen Künstlern immer beliebter. Warum haben Sie sich entschieden, auf Fleisch zu verzichten?

Das war Teil eines Prozesses. Ich wollte mehr Kontrolle über mein Leben haben, wollte viele Dinge besser organisieren. Ich hatte das Gefühl, dass alles gut sein würde, wenn ich Vegetarierin würde. Das heißt aber nicht, dass ich für immer auf Fleisch verzichten werde.

Denken Sie, dass Sie ohne das Internet, ohne myspace und YouTube, eine vergleichbare Karriere gemacht hätten?

Das kann ich schwer einschätzen. Aber ich denke nicht. Das Internet sorgt schließlich dafür, dass Dinge viel schneller geschehen, dass man leichter kommunizieren kann. Das heißt auf jeden Fall, dass die Leute mehr Macht haben, weil jeder selbst entscheiden kann, was er hören will. Da gibt es niemanden mehr, der ihnen vorschreibt, was sie hören müssen.

Frau Nash, mögen Sie eigentlich Vögel? Ihre Homepage zeigt Vögel, auf Ihren Alben gibt es Lieder über sie ...

Ja, ich mag Vögel sehr. Das sind wirklich interessante Tiere. Ich hasse in der Tat Möwen, wie ich in meinem Song „I Hate Seagulls“ beschreibe. Das sind wirklich bösartige, angsteinflößende Tiere. Aber ich mag Tauben sehr. Wussten Sie, dass Tauben ein Leben lang zusammenbleiben? Das finde ich sehr bemerkenswert.

Kate Nash singt heute um 20 Uhr im Capitol in Hannover. Es gibt noch Karten an der Abendkasse und an den Vorverkaufsstellen.

Johanna Günther

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