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Kultur Schwerelos zum Oscar
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00:15 19.01.2014
Von Stefan Stosch
Wer bekommt die begehrte Trophäe? Am Donnerstag wurden die Nominierungen bekannt gegeben. Quelle: dpa
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Los Angeles

Das war wirklich kein guter Tag für deutsche Filme. Noch am Mittwochabend hatte das Goethe-Institut in San Francisco hoffnungsvoll das Stasi-Drama „Zwei Leben“ vor mehr als 1000 Gästen präsentiert. Doch auch diese rein symbolische Werbeoffensive brachte im Oscar-Rennen kein Glück: Der Film mit Hauptdarstellerin Juliane Köhler fehlte gestern auf der endgültigen Nominiertenliste für den Auslands-Oscar. Regisseur Georg Maas musste sich den Konkurrenten „Die Jagd“ (Dänemark), „La Grande Bellezza“ (Italien), „Omar“ (Palästina), „The Broken Circle Breakdown“ (Belgien), und „The Missing Picture“ (Kambodscha) geschlagen geben.

Daniel Brühl (der Niki Lauda im Formel-1-Drama „Rush“) und Hans Zimmer (zuständig für die Musik im Sklavendrama12 Years a Slave“) müssen sich ebenso wenig Gedanken über ihre Dankesrede machen: Auch sie fanden keine Gnade vor der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, deren rund 6000 Mitglieder am 2. März in Hollywood den weltweit begehrtesten Filmpreises vergeben.Beim Golden Globe am vergangenen Sonntag durften Brühl und Zimmer immerhin bis zum Schluss hoffen – auch wenn sie dann leer ausgingen. Beim Oscar ist die Auswahl noch ein wenig härter. Und die Konkurrenz ist dieses Jahr stark.

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Hollywood hat dem grassierenden Fortsetzungswahn in den eigenen Reihen einige individuelle Glanzlichter entgegenzusetzen. Das zeigt auch das Kopf-an-Kopf-Rennen von gleich drei Favoriten: Der schwerelose Weltraumthriller „Gravity“ und die Kriminette „American Hustle“ um korrupte Politiker und Kleingangster wurden insgesamt je zehn Mal nominiert, das bewegende Sklavendrama12 Years a Slave“ folgt mit neun Nominierungen dicht dahinter. Im Wettbewerb um den besten Film, also der Königsklasse, sind insgesamt sogar neun Werke zu finden, außer den drei genannten auch „Captain Phillips“, „Philomena“, „The Wolf of Wall Street“, „Dallas Buyers Club“, „Her“ und „Nebraska.

Bei den besten Darstellerin dürfen sich auch die Globe-Gewinner Cate Blanchett („Blue Jasmine“) und Leonardo DiCaprio („The Wolf of Wall Street“) wieder Hoffnungen machen. Allzu siegesgewiss sollten sie sich aber noch nicht geben. Besonders DiCaprio dürfte trotz seines fulminanten Auftritts als maßloser Aktienhändler gegen Bruce Dern („Nebraska“), Chiwetel Ejiofor („12 Years a Slave“) und Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“) einen schweren Stand haben. Es wird also spannend bei der 86. Oscar-Vergabe im Dolby Theatre zu Hollywood.P. S.

Einige wenige letzte Hoffnungsträger aus deutschen Reihen sollten aber nicht vergessen werden: Die Regisseure Max Lang und Jan Lachauer, Absolventen der Filmakademie Baden-Württemberg, wurden mit ihrem Zeichentrickfilm „Room on the Broom“ in der Sparte „Animierter Kurzfilm“ nominiert. Und der in Heidelberg geborene deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender hat als Nebendarsteller im Sklavendrama12 Years a Slave“ Chancen auf einen Oscar-Ritter.

Die Favoriten

Das Weltraumdrama "Gravity" und die Kriminalkomödie "American Hustle" gehen mit je zehn Nominierungen als Favoriten in das Rennen um die Oscars. Die Filme mit mehr als zwei Gewinnchancen im Überblick:

ZEHN NOMINIERUNGEN: - "Gravity" - "American Hustle"

NEUN NOMINIERUNGEN: - "12 Years a Slave"

SECHS NOMINIERUNGEN - "Captain Phillips", - "Dallas Buyers Club" - "Nebraska"

FÜNF NOMINIERUNGEN - "The Wolf of Wall Street" - "Her"

VIER NOMINIERUNGEN - "Philomena"

DREI NOMINIERUNGEN: - "Der Hobbit - Smaugs Einöde" - "Blue Jasmine"

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