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Kultur Kirill Petrenko wird Publikumsliebling
Nachrichten Kultur Kirill Petrenko wird Publikumsliebling
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11:40 09.02.2014
Wann immer Kirill Petrenko nach einer Aufführung im Nationaltheater den Taktstock sinken lässt, sind ihm Jubelstürme gewiss. Quelle: dpa
München

So schnell ist wohl noch kein Dirigent zum Publikumsliebling avanciert. Wann immer Kirill Petrenko, der neue Generalmusikdirektor (GMD) der Bayerischen Staatsoper, nach einer Aufführung im Nationaltheater den Taktstock sinken lässt, sind ihm Jubelstürme gewiss. Die Kritik feiert den jungen Russen unisono als Glücksfall für Nikolaus Bachlers Luxus-Haus.

Immer wieder werden Parallelen gezogen zu dem genialen Carlos Kleiber, der die Münchner Opernfans in den 60er bis 80er Jahren mit legendären Aufführungen verzauberte. Übrigens nicht nur musikalisch, sondern auch, was Kleibers Schweigsamkeit angeht. Bislang hat Petrenko (Jahrgang 1972) standhaft alle Interviewanfragen abgelehnt. Der Mann will offenbar nicht reden, sondern Musik machen.

Inspiriert, emphatisch, strukturiert, leidenschaftlich. Petrenko, so jubeln die Kritiker nicht nur daheim in München, „könne" einfach alles. Schon die Premiere von Richard Strauss' „Frau ohne Schatten" zu Beginn der Spielzeit, Petrenkos Einstand gewissermaßen, wurde musikalisch wie szenisch als eine der besten Produktionen seit langem gewürdigt.

Doch Petrenko überzeugt auch im Repertoire. Giacomo Puccinis „Tosca", szenisch eine eher biedere Arbeit, wurde dank seiner zum spannenden Krimi. Mit Peter Tschaikowskys „Eugen Onegin" in der Kult-Inszenierung von Krzysztof Warlikowski, absolvierte Petrenko dann eine Art musikalisches Heimspiel.

Eine symphonischen Sternstunde war sein erstes Akademiekonzert mit dem Bayerischen Staatsorchester. Wie Petrenko Gustav Mahlers 3. Symphonie, ein gigantisches, fast zweistündiges Werk, intelligent organisierte, wie er die Klangmassen durchsichtig machte, bislang ungehörte Nebenlinien durchschimmern ließ, und zugleich den Spannungsbogen niemals abreißen ließ. Das stellte selbst einen Meister wie Mariss Jansons, der das Stück vor wenigen Jahren mit dem BR-Symphonieorchester interpretierte, in den Schatten. Schon nach dem ersten Satz, der schon für sich als vollständige Symphonie durchgehen kann, mochte das Publikum nicht mehr an sich halten und applaudierte begeistert.

Mit Petrenko wird die Bayerische Staatsoper ihren Ruf als eines der ersten Häuser der Welt festigen können. Jetzt erscheint auch die unschöne Diskussion um den Abgang von Petrenkos Vorgänger Kent Nagano in einem etwas anderen Licht. Wer erlebt hat, mit welcher Leidenschaft und Umsicht Petrenko im Orchestergraben agiert, kann verstehen, dass Bachler das Engagement des Russen zur Bedingung für sein weiteres Wirken an der Staatsoper machte. Was die Breite seines Opernrepertoires anbelangt, aber auch die Behandlung von Sängern und Chor, dürfte Petrenko dem US-Amerikaner um mehr als eine Nasenlänge voraus sein.

Weitere Feuerproben stehen Petrenko in dieser Spielzeit in München noch bevor. An diesem Montag wird er die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts «La clemenza di Tito» leiten. Mozart ist neben Strauss und Richard Wagner einer der „Hausgötter" der Bayerischen Staatsoper. Dass ihm Wagner liegt, hat Petrenko schon vergangenes Jahr in Bayreuth mit seinem fulminanten „Ring" hinreichend unter Beweis gestellt.

Im März gibt es unter dem neuen GMD eine Wiederaufnahme von Strauss" „Rosenkavalier" - der Dauerbrenner von Regisseur Otto Schenk war das Werk, das Carlos Kleiber in München am häufigsten dirigiert hat. Im Mai bringt Petrenko dann zusammen mit Regisseur Andreas Kriegenburg Bernd Alois Zimmermanns «Die Soldaten» heraus, ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts. Man darf gespannt sein, wie sich der unprätentiöse Maestro in Naganos einstiger Domäne schlägt.

Wer Petrenko erleben will, kommt derzeit an München nicht vorbei. Neben Bayreuth natürlich, wo er auch dieses Jahr wieder mit Wagners „Der Ring des Nibelungen" im Orchestergraben steht. Ansonsten macht er sich rar. Er sei noch in den Flitterwochen, hat der auffallend kleinwüchsige Maestro mit dem spitzbübischen Lächeln jüngst einen Neugierigen beschieden, der wissen wollte, ob er vielleicht einmal Lust hätte, einem der beiden anderen Münchner Spitzenorchester die Ehre zu geben. „Ich habe doch gerade erst geheiratet", soll Petrenko gesagt haben. „Da kann ich doch nicht mit einer anderen Frau ins Bett steigen."

dpa

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