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Kultur Klassik-Open-Air wird bis 2018 weitergeführt
Nachrichten Kultur Klassik-Open-Air wird bis 2018 weitergeführt
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10:13 04.04.2016
Von Stefan Arndt
Giacomo Puccinis Oper „La Bohéme“ war im vergangenen Jahr ein großer Erfolg im Maschpark – künftig könnten die Aufführungen noch attraktiver werden. Quelle: Heusel
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Hannover

Es müssen ja nicht immer die längst etablierten Superstars sein. Was kann es für Musikfreunde Schöneres geben, als wenn man beim großen Durchbruch eines Stars von morgen mit von der Partie ist? So war es beim Klassik-Open-Air der NDR-Radiophilharmonie im vergangenen Sommer. Damals begeisterte die Sopranistin Angel Joy Blue als Musetta das Publikum am Maschpark. Unter den Zuhörern war auch Peter Gelb, der Direktor des größten und wichtigsten Opernhauses der Welt – der New Yorker Metropolitan Opera. Direkt im Anschluss an die hannoversche Aufführung verpflichtete Gelb die Sopranistin an sein Haus.

„Es ist schon spannend, Sänger zu erleben, die kurz vor dem entscheidenden Schritt stehen“, sagt Matthias Ilkenhans, der als Manager der Radiophilharmonie für die Auswahl der Solisten zuständig ist. Darum bemüht er sich, neben den allseits bekannten Namen auch Künstler zu engagieren, die erst seit Kurzem zum kleinen Kreis der großen Sänger gehören. Im Fall von Verdis „La Traviata“, die am 23. Juli im Maschpark zu hören sein wird, sind das die rumänische Sopranistin Anita Hartig (als Violetta) und der italienische Tenor Francesco Demuro (Alfredo). Beide singen bereits an den großen Häusern, doch Ilkenhans, der sich in den schwierigen Besetzungsfragen vertrauensvoll mit dem Sängeragenten des Londoner Royal Opera House beraten kann, traut ihnen eine noch größere Karriere zu. Kaum zu steigern dürfte bereits der Ruhm von Thomas Hampson sein. Der amerikanische Bariton mit Wohnsitz in Wien wird in Hannover als Germont zu erleben sein.

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Fortsetzung bis mindestens 2018

Fest steht inzwischen auch, dass das sommerliche Opernspektakel auch in den kommenden Jahren fortgesetzt wird. NDR-Fersehchefin Marlis Fertmann und die Stadt haben gegenseitig die Absicht erklärt, mindestens bis 2018 weiterzumachen. Andrea Zietzschmann, Chefin sämtlicher Klangkörper des Senders, freut sich, dass die Stadt „ein deutliches Zeichen“ gesetzt hat und während der Sanierung der Rathausfassade für ein 200.000 Euro teueres Schutzdach sorgen wird. Außerdem wird sich die Stadt wieder um die Übertragung der Aufführung in den Park kümmern.

Angesichts des starken Zuspruchs aus Hannover denkt Zietzschmann nicht, dass das Erfolgsprojekt Klassik-Open-Air nach Hamburg abgezogen werden könnte, wie manche Beobachter befürchten. Zwar werden die seit Langem gehegten Pläne für ein Open-Air-Projekt mit dem Hamburger NDR-Sinfonieorchester im Juli tatsächlich erstmals realisiert – allerdings gibt es dort in bewusster Abgrenzung zum hannoverschen Opernspektakel ein sinfonisches Programm am Hafen mit Blick auf die Elbphilharmonie.

Für die Musiker der Radiophilharmonie bedeutet das klare Bekenntnis zu Hannover regelmäßig zusätzliche Arbeitsbelastung inmitten der Sommerferien, sagt Ilkenhans. Dennoch trügen alle das Projekt begeistert mit. Das gilt auch für den Chefdirigenten Andrew Manze, der offenbar geneigt ist, künftig selbst beim Klassik-Open-Air zu dirigieren. In diesem Jahr steht mit der Kanadierin Keri Lynn Wilson, die schon im vergangenem Jahr mit „La Boheme“ brillierte, noch einmal eine Spezialistin für die italienische Oper am Pult der Radiophilharmonie. „Mit Manze würde sich das Repertoire etwas ändern“, sagt Ilkenhans. Vorstellbar seien Mozarts „Zauberflöte“ oder die „Entführung aus dem Serail“, auch Wagners „Fliegender Holländer“ steht zur Diskussion.

Drei Konzerte an drei Abend: Mit einem fulminanten Konzert begeisterte die Oper „La Bohème“ im Maschpark.

Weil aber bislang keine endgültigen Entscheidungen über die Werke gefallen sind, stehen natürlich auch künftige Besetzungen noch nicht fest. Übereilt vorgehen muss Ilkenhans aber nicht: Weil das Klassik-Open-Air außerhalb der Opernsaisons liegt, brauche man nicht ganz so langfristig planen wie sonst in dem Geschäft üblich. Ideen, wer künftig in Hannover singen könnte, gibt es aber trotzdem schon. „Jonas Kaufmann ist natürlich immer ein Wunschkandidat“, sagt Zietzschmann über den deutschen Opernstar. Und Ilkenhans erwähnt, dass die Radiophilharmonie demnächst ohnehin mit Juan Diego Flórez zusammenarbeitet – und auf dem Programm mit dem Tenor aus Peru im neu eröffneten Theater in Wolfsburg stehen auch schon einmal Arien von Mozart.

Beide Namen lassen deutlich erkennen, dass man beim NDR auch in den kommenden Jahren nicht klein denkt. Die Macht der Gewohntheit wird so kaum Einzug halten – und der Glanz des schon jetzt spektakulären Klassik-Open-Airs künftig eher noch heller strahlen.

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