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Kultur Schiller begeistert mit Lichtshow in der Swiss-Life-Hall
Nachrichten Kultur

Konzert: Schiller begeistert das Publikum in der Swiss Life Hall

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00:18 18.05.2019
Schillernd: Christopher von Deylen in der Swiss-Life-Hall. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Manche Menschen müssen niesen, wenn sie in grelles Licht sehen. Das Phänomen nennt sich photischer Niesreflex. Solche Reflexnieser haben es bei Schiller nicht leicht. Denn nach nunmehr 20 Jahren Bandgeschichte versucht der Musiker das, was Gott einst schon am ersten Tag allen Seins tat – er sagt: „Es werde Licht.“ Und tatsächlich wird es dann zum Niesen hell.

Mit vielen Scheinwerfern und einer Bühnenshow zum Motto „Es werde Licht“ tourt Schiller, der eigentlich Christopher von Deylen heißt, gerade durchs Land. Und er feiert damit 20-jähriges Bestehen seines erfolgreichen Ambient-Pop-Projekts. Dementsprechend dürfen die frühen Songs nicht fehlen, etwa „Ruhe“, „Schiller“ und „Das Glockenspiel“, mit dem ihm (sogar schon im Jahr 1998) der große Wurf gelungen ist.

Gastauftritt von Yalda Abbasi

Aber auch Werke vom aktuellen Album „Morgenstund“ bekommen die knapp 2000 eher zurückhaltenden Zuschauer in der Swiss-Life-Hall vorgesetzt. Da wäre etwa „Das goldene Tor“, bei dem die iranische Musikerin Yalda Abbasi eine Gastauftritt hat. Sie spielt die persische Laute und singt dazu. Überhaupt: Bei den wenigen Stücken mit Gesang scheint das Publikum mehr aufzutauen, hin und wieder tanzen sogar einige Zuschauer – und mischen ihren Jubel ein. Von Songs ohne Text lassen sie sich dagegen lieber berieseln. Gerade die ruhigeren Melodien plätschern monoton vor sich hin. Kommt dann wieder der große Surround-Sound-Bombast gepaart mit gleißendem Licht, ist das zwar erwartbar, aber ebenso notwendig, um die Stimmung über gute zwei Stunden halten zu können. Sofern man bei einem bestuhlten Elektro-Pop-Konzert von Stimmung sprechen möchte.

Neben Schiller, der am Synthesizer-Rondell wirbelt, stehen zwei Sängerinnen, ein Sänger, ein Bassist und ein Gitarrist auf der Bühne. Außerdem dabei und essenziell für den Sound: der britische Drummer Gary Wallis, der mit Schiller schon Anfang der 2000er auf Tour war und außerdem schon mit Pink Floyd gespielt hat.

Vor der Zugabe geht das Licht aus, die Augen müssen sich erst mal an die ungewohnte Dunkelheit gewöhnen. Schnell umbauen – und schon blenden Dutzende Strahler wieder in die Menge. Gesundheit!

"Es werde Licht": Schiller in der Swiss Life Hall.

Von Johanna Stein

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