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Konzert in Hannover: So rockt Udo Lindenberg in der ausverkauften Tui-Arena

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22:49 25.06.2019
Macht sein Ding: Udo Lindenberg in der Tui-Arena. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Feuer! Rauch! Explosionen! Ein Flugzeug steuert auf die Erde zu. In großen Buchstaben steht darauf „PANIK 1“. Das Flugzeug landet auf der Bühne in der Tui-Arena, und Udo Lindenberg steigt aus. Aber nicht nur einer, nein, acht Udos stolzieren die Leiter zur Bühne hinab. Dann schwebt noch einer in einer Raumkapsel von der Decke herunter, diesmal ist es der echte. Das Panikorchester spielt „Woddy Woddy Wodka“.

Mit Eierlikör gurgeln

Ja, Udo Lindenberg kann es noch. Auch mit mittlerweile stolzen 73 Jahren legt er noch den ganz großen Auftritt hin. Der Rocker hat auf seiner Deutschlandtour am Dienstag in der ausverkauften Tui-Arena in Hannover Halt gemacht. Fit ist er auch wieder: Nach Problemen mit Heiserkeit beim München-Konzert vergangenen Dienstag konnte er am Wochenende in der Wahlheimat Hamburg schon wieder mit voller Stimmkraft performen – an drei Abenden hintereinander. Sein Geheimnis: Eierlikör gurgeln. Auch gern auf der Bühne.

Die anderen Städte bisher seien nur die Generalprobe gewesen, schleimt Lindenberg. „Ich habe festgestellt, was das für ein Feuer ist hier in der Stadt. Das Temperament in Hannover ist nicht mehr zu steigern“, sagt er und nuschelt dabei wie üblich stärker als Til Schweiger nach einer Weisheitszahn-OP – nur dass es bei Udo Lindenberg eben sympathisch ist.

Einen richtigen Namen hat die Tour nicht, zumindest keinen, der Aufschluss übers Musikprogramm geben würde. Aber keine Panik: Natürlich ist bei der Tour „Udo Lindenberg – Live 2019“ alles dabei, was sich Fans des Rockers wünschen – „Horizont“, „Sonderzug nach Pankow“, „Reeperbahn“, die Klassiker eben. Nicht dabei sind Gäste. Während in anderen Städten schon Komiker Otto Waalkes, die Musiker Clueso, Jan Delay, Johannes Oerding und „Tatort“-Kommissarin Maria Furtwängler mit Lindenberg auf der Bühne standen, macht er in Hannover einfach sein Ding.

Katholische Kirche und Klimapolitik

Die 12.000 Fans in der Tui-Arena stört das nicht. Sie sind ja für ihren Udo da, den alten Rocker mit Hut, Sonnenbrille und Zigarre. Der verspricht seinen „El Panicos“, „Johnny Controlettis“ und „Candy Janes“ eine „Honky Tonky Show“ – und die bekommen sie auch. Rund zweieinhalb Stunden Konzert gleichen einer großen Faschingsparty. Etwa als bei den Songs „Du heißt jetzt Jeremias“ und „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frauen“ lesbische Nonnen und schwule Priester in knappen Kostümen über die Bühne tanzen. „Das ist ein ernst gemeintes Angebot an die katholische Kirche, mit der Scheiße mal aufzuhören“, sagt Lindenberg – und schiebt hinterher: „Jede Art der Liebe ist gut.“

Er ist immer noch gern politisch, und dabei können ihm die Botschaften nicht simpel genug sein. „Wie oft muss ich den Song noch singen?“, fragt er wütend, bevor er mit dem Kinderchor Kids on Stage „Wozu sind Kriege da?“ anstimmt. Weiter geht’s mit Klimapolitik. Fridays for Future finde er „supergeil“. „Die Politnasen da oben kriegen’s nicht geregelt“, sagt er und redet sich in Rage wie ein Wutbürger. Dann grinst er wieder: „Greta Thunberg sagt, wir brauchen Panik“ – da ist sie bei ihm natürlich richtig.

Auch mit stolzen 73 Jahren gibt Udo Lindenberg noch alles: Am Dienstag rockte er mit 12.000 Fans in der ausverkauften Tui-Arena in Hannover.

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