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Kultur Pop-Phänomen Max Giesinger bewegt die Masse
Nachrichten Kultur Pop-Phänomen Max Giesinger bewegt die Masse
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00:15 23.12.2016
Gab es publikumsnah: Max Giesinger.
Gab es publikumsnah: Max Giesinger. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Max Giesinger singt im Capitol - und das ist mit 1600 Plätzen ausverkauft. Max Giesinger, ein weiterer kleiner Stern am Pophimmel der deutschsprachigen Liedermacher. Bekannt geworden ist er nicht als Erst- oder Zweit-, nein, sondern als Viertplatzierter bei der Fernsehcastingshow "The Voice of Germany".  Das war 2011, seine Coverversionen, die er bei YouTube hochgeladen hat, haben ihn dann noch bekannter gemacht. So hat er sich eine solide nationale Fangemeinde  aufgebaut. Mit seinem Song "Wenn sie tanzt" ist er seit September auch regelmäßig im Radio zu hören, die Top 10 hat die Single im Dezember erreicht.

Max Giesinger ist ein weiterer kleiner Stern am Pophimmel der deutschsprachigen Liedermacher. Am Montagabend gab er mit seiner Band ein Konzert im ausverkauften Capitol Hannover.

Während seine Band sich im Capitol bereits Minuten lang warm spielt, erscheint er recht plötzlich auf der rechten Empore, wird  von Scheinwerfern angestrahlt und singt die ersten Zeilen zu "Der Junge, der rennt". Anschließend spaziert er auf die Bühne, wenige Songs später geht er noch einmal plaudernd durch die Menge. Im Lux habe er zuletzt im Oktober gespielt, überhaupt sei Hannover ein schönes Städtchen.

Giesinger gibt sich sehr publikumsnah, er versteht es gut, aus einem Konzertabend eine Mitmachshow zu zelebrieren, vor, nach und fast auch während jedes Liedes spricht er zum Publikum, animiert zum Mitklatschen und Bewegen, zum Tanzen und Handylicht zücken. Die Masse macht mit. Es sind diese Pop-Phänomene, die schwer zu greifen sind. Der smarte 28-Jährige mit der Justin-Bieber-Gedächtnis-Frisur macht durchaus solide Musik, unterstützt von einer fähigen Band, alles sitzt in einem ausgewogenen Verhältnis. Aber diese Wow-Effekte, die bleiben gänzlich aus, die Songs wie "Barfuß und allein" oder "Für dich, für mich" bleiben austauschbar, Texte wie "Ich spiel eigentlich nur Schach und du setzt mich Schach matt" oder "Was immer dir auch fehlt, wir werden das Blatt wenden" spielen mit blassen Bildern.

Er schließt mit seinem Hit "80 Millionen", ebenfalls in diesem Jahr in den Charts gewesen. Er fragt dort "Wie hast du mich gefunden, einer von 80 Millionen". Das mag als Understatement gedacht sein, trifft den Kern aber umso mehr. Das Publikum verlangt nach einer Zugabe, die er gibt. Man sehe sich bald wieder, es sei ein unvergesslicher Abend gewesen. Das Übliche eben.

Giesinger ist in diesem Jahr ein Stern am Pophimmel geworden - musikalisch aber scheint er noch ziemlich blass.

Von Katharina Derlin

Daniel Alexander Schacht 19.12.2016
19.12.2016