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Nachrichten Kultur Das war das Konzert von Mogli im Lux
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18:56 27.10.2017
Mogli im Lux. Quelle: Keuntje
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Hannover

Reisen macht weise, heißt es. Und manchmal kommt diese Weisheit in einfachen Worten daher. "Wenn man etwas plant, dann geht es sowieso schief", sagt Mogli. "Deshalb plane ich auch nichts." Dann singt sie von den Tücken des ständigen Unterwegsseins und wie gut es tut, dabei jemanden an seiner Seite zu haben. Die Arme hält sie beim Singen seitlich vom Körper gestreckt, im Rhythmus wiegt sie hin und her. Nur manchmal öffnet sie die Augen, um zu sehen, ob noch alle da sind.   

Mogli verkörpert einen Wunsch, dem vor allem junge Erwachsene nacheifern: den Mut zu fassen, nur das Nötigste einzupacken und in die weite Welt aufzubrechen. Rückkehr? Ungewiss. Einfach machen. 2016 hat sie mit ihrem Freund, dem Filmproduzenten Felix Starck, und Berner Sennenhund Rudi genau diesen Entschluss gefasst. Daraus entstand der Dokumentarfilm Expedition Happiness. Den Soundtrack dazu schrieb Mogli selbst. 

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Schon die Setlist klingt abenteuerlich. Alaska, Riverside, Waterfall und Road Holes heißen die Lieder, die Mogli am Donnerstag mit ins Lux gebracht hat. Sie deuten von der bislang wohl einprägsamsten Erfahrung der 23 Jahre jungen Sängerin, die ihr aktuelles Album Wanderer zu einer Art Reisetagebuch gemacht hat. 

Mogli singt lauter, als sie spricht. Deutlich und klar mischt sich ihre Stimme zwischen die hallende Gitarre und den tiefen , eintönigen Puls des Schlagzeugs. Zwischen den Liedern nimmt sie sich einen Moment, um ihren Gästen die wohl wichtigste Lektion ihrer Reise zu ergründen. "Es wäre nichts für mich, ein komplettes Nomadenleben zu führen", sagt die sie. "Es ist auch schön, nach Hause zu kommen, wo Menschen auf einen warten." 

Auch wenn Moglis Musik eher entschleunigt, als zur Bewegung zu animieren: Immerhin reißen ein paar Zuhörer beim dritten Song Wanderer ein erstes mal die Arme in die Luft. Und für ein bisschen mehr Dynamik hat sie sich die letzten beiden Songs des Abends aufgehoben. "Jetzt darf auch ein bisschen getanzt werden", ruft die Sängerin, bevor sie Waterfall und Milky Eyes spielt. Wenigstens die Frauen aus der ersten Reihe mit Glitzerstaub im Gesicht machen mit. Moglis gelassener Indie-Pop ist eingängig, aber nicht wirklich tanzbar.

Nach elf Songs und einer Zugabe ist Schluss. Dann muss Mogli wieder weiterziehen.

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