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Kultur Psychopath verbreitet Angst und Schrecken
Nachrichten Kultur Psychopath verbreitet Angst und Schrecken
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11:55 12.10.2014
Von Michael Zgoll
Acht Menschen sind kurz vor Weihnachten in einer Luxusklinik eingeschlossen, einer von ihnen ist ein Psychopath, der Ärztinnen, Pflegern und Patienten an die Gurgel will. Das ist das Handlungsgerüst des neuen Stücks vom Amateur-Krimitheater „Tribüne“.
Acht Menschen sind kurz vor Weihnachten in einer Luxusklinik eingeschlossen, einer von ihnen ist ein Psychopath, der Ärztinnen, Pflegern und Patienten an die Gurgel will. Das ist das Handlungsgerüst des neuen Stücks vom Amateur-Krimitheater „Tribüne“. Quelle: Insa Catherine Hagemann
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Hannover

Acht Menschen sind kurz vor Weihnachten in einer Luxusklinik eingeschlossen, einer von ihnen ist ein Psychopath, der Ärztinnen, Pflegern und Patienten an die Gurgel will. Das ist das Handlungsgerüst des neuen Stücks vom Amateur-Krimitheater „Tribüne“, das am Wochenende in der Werkstatt Galerie Calenberg Premiere feierte. „Der Seelenbrecher“ basiert in der Bühnenfassung von Marc Gruppe auf einem Psychothriller von Sebastian Fitzek, es geht um einen Täter, der Menschen ihrer Seele beraubt und sie als willenlose Hüllen zurücklässt – aus ganz persönlichen Gründen, wie sich herausstellt.

Soundtechniker Oliver Hartmann sorgte mit viel Aufwand für den passenden Unterton, Renate Rochell führte Regie. Sie übernahm diese Funktion 2009 von Erika Maria Lehmann, und die Schauspieler am Sonnabend gaben alles, um die 70 Gäste im prall gefüllten Zuschauerraum in der Kommandanturstraße zum Schaudern zu bringen. Die Frau des ehemaligen Opernhausintendanten Hans-Peter Lehmann trat als resolute Klinikprofessorin übrigens auch in Erscheinung – aus gegebenem Anlass allerdings nur begrenzte Zeit.

Das Krimitheater „Tribüne“ feiert mit dem „Seelenbrecher“ von Sebastian Fitzek in der Werkstatt Galerie Calenberg Premiere. Weil viele der Laien noch voll im (Berufs-)Leben stehen, hat die „Tribüne“ jede Figur doppelt besetzt. Bis März wird das Stück aufgeführt.

Neben ihr verbreiteten in der geschlossenen Anstalt etliche Freizeitschauspieler Angst und Schrecken, die in ihrem Berufsleben nichts weniger wollen als das: etwa Bürogolf-Anbieter Joachim Hieke, Rechtsanwalt Jens Boldt oder Peter Zanini, Geschäftsführer des Zentralverbands der Jagdgenossenschaften in Niedersachsen. Weil viele der Laien noch voll im (Berufs-)Leben stehen, hat die „Tribüne“ jede Figur doppelt besetzt; es sind etliche Prominente aus der hannoverschen Business- und Kulturszene, die hier in andere Rollen schlüpfen. Und so ist garantiert, dass sich für die zahlreichen Aufführungstermine bis März und dann wieder zu Beginn der Spielzeit 2015/16 immer ein Ensemble zusammenfinden wird, das den „Seelenbrecher“ sein Werk in all seiner Erbarmungslosigkeit vollenden lässt – oder zumindest fast vollenden lässt, so viel sei verraten.

Die „Tribüne“ bezeichnet sich als das älteste Amateurtheater Hannover. Gegründet wurde die in frühen Jahren im Freizeitheim Vahrenwald angesiedelte Bühne 1965, feiert also im nächsten Jahr ihren 50. Geburtstag. Als reines Krimitheater agieren die engagierten Laien allerdings erst seit Anfang der neunziger Jahre. „Bei Anruf Mord“, „Die 12 Geschworenen“ oder „Tod auf dem Nil“ zählten zu den Stücken, die sich beim Publikum großer Beliebtheit erfreuten. 2011 wäre die Truppe, bei der damals auch regelmäßig Gastronom Dietmar Althof mitspielte, aber beinahe über die „Mausefalle“ von Agatha Christie gestolpert. Nachdem bereits Dutzende von Vorstellungen über die Bühne in der Calenberger Neustadt gegangen waren, kam heraus, dass die „Tribüne“ gar keine Aufführungsrechte besaß – im Gegensatz zum Neuen Theater. Doch dank der Großzügigkeit der Profis aus Hannover durften die Amateure auch noch ihre letzten Vorstellungen absolvieren.

Tickets für den „Seelenbrecher“ kann man unter der Telefonnummer (0511) 59 09 05 60 in der Werkstatt Galerie Calenberg reservieren. Auch ist eine Bestellung unter der E-Mail-Adresse info@wgc-theater.de möglich; nähere Infos zu Stück und Ensemble sind im Internet unter www.tribuene-hannover.de zu finden.

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