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Kultur Im Cabrio nach Paris mit „Frau Ella“
Nachrichten Kultur Im Cabrio nach Paris mit „Frau Ella“
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00:51 19.10.2013
Auf geht's nach Frankreich: Matthias Schweighöfer (links), August Diehl und Ruth-Maria Kubitschek. Quelle: Warner Bros.
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Berlin

Noch eine launige Liebeskomödie mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle? Will man die wirklich sehen? Wenn ein Film mit so einem feinen Humor daherkommt, wie „Frau Ella“, lautet die Empfehlung: ja, absolut! Allerdings eher für Kinogängerinnen und ihre Freundinnen. Männliche Zuschauer brauchen vermutlich einen ausgeprägten Sinn für Romantik, um diese Leinwandgeschichte zu genießen.

Schweighöfer findet sich in der Rolle des Berliner Taxifahrers Sascha in einer für ihn überaus unangenehmen Situation wieder. Als er erfährt, dass seine Freundin Lina (Anna Bederke) schwanger ist, rast er wutentbrannt durch die Stadt und kurzerhand in einen parkenden Wagen hinein. Als er im Krankenhaus wieder erwacht, geht der Horror weiter. Seine Bettnachbarin Ella Freitag (Ruth-Maria Kubitschek) schnarcht genüsslich, die Krankenschwester (Anna Thalbach) behandelt ihn von oben herab.

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Doch dann gesteht Frau Ella dem Studienabbrecher Sascha ihre Angst vor einer OP. Das weckt neue Hilfsbereitschaft in dem Fast-Mediziner. Prompt entführt er die alte Dame, die das Abenteuer sichtlich genießt. Kurzerhand reisen Sascha und sein Kumpel Klaus (August Diehl) mit ihr in einem alten Mercedes-Cabrio nach Frankreich: auf der Suche nach Ellas Jugendliebe und dem Sinn ihres eigenen verkorksten Lebens.

Regisseur Markus Goller („Friendship“, „Eine ganz heiße Nummer“) und sein Team schaffen mit „Frau Ella“ nach der gleichnamigen Romanvorlage von Florian Beckerhoff eine Komödie über die Begegnung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Generationen. Ein Genre, dem sich bislang vor allem französische Filmemacher in Kino- wie in TV-Produktionen gewidmet haben, etwa in „Der Hals der Giraffe“ (2004) oder „Zu zweit ist es leichter“ (2009).

Im Film „Frau Ella“ suchen Matthias Schweighöfer und August Diehl mit einer alten Dame alias Ruth-Maria Kubitschek nach deren Jugendliebe in Frankreich. Das romantische Roadmovie ist prallvoll mit Humor und Lebenslust.

Der Humor in „Frau Ella“ setzt dabei zum Glück nur wenig auf Klamauk und umso mehr auf skurrile Momente des Alltags, um Komik zu erzeugen. Auf Szenen, die wie kleine Sketche daherkommen. Und auf Selbstironie. Nach diesem Rezept ist eine warmherzige Romanze entstanden. Eine Schmonzette, gewiss. Aber eine schöne.

In einer Schlüsselszene gesteht Ella ihrem jungen Begleiter Sascha: „Wenn man so alt ist, wie ich, dann bereut man nicht die Fehler, die man gemacht hat. Sondern das, was man nicht gemacht hat.“ In diesem Sinne ist der Film ein Plädoyer dafür, mutige Entscheidungen zu treffen und an das eigene Glück zu glauben - auch in der Liebe.

Matthias Schweighöfer hat am Freitag seinen Film „Frau Ella“ im Cinemaxx vorgestellt – und wurde dabei von 1000 zumeist weiblichen Fans begrüßt.

Klingt kitschig? Ist es auch. Aber im besten aller Sinne: einem durch und durch ehrlich gemeinten. Denn die sentimentalen Momente in „Frau Ella“ sind gepaart mit einer überschäumenden Freude am Leben. Wenn Ruth-Maria Kubitschek mit Matthias Schweighöfer auf dem Krankenhausbett einen Melissengeist nach dem anderen pichelt, mit August Diehl in einem Berliner Club Swing tanzt, mit den beiden im Cabrio Richtung Frankreich bis nach Paris und schließlich ans Meer fährt, dann vermitteln die drei Schauspieler mitreißend ihre Lust am Augenblick. So dürfte der Film wohl bei vielen Zuschauern die natürliche Skepsis am Kitsch aushebeln.

Schließlich geht es in dem Film auch darum, Gefühle zuzulassen und alle aufgesetzte Lässigkeit zu vergessen. Kinogänger, die Lust auf einen Film haben, der zeigt, wie befreiend es ist, mal nicht um jeden Preis cool zu sein, sondern zu den Menschen, die man liebt, zu stehen, sind auf diesem Roadtrip genau richtig. 

dpa

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