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Kultur Künstler färbt die Weser grün
Nachrichten Kultur Künstler färbt die Weser grün
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16:54 09.09.2011
Die Aktion "Green Bremen" gehört zu der Ausstellung "Farbe im Fluss", mit der das Museum Weserburg sein 20-jähriges Jubiäum feiert. Quelle: dpa
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Bremen

Gekleidet in einen giftgrünen Overall kippte Uriburu das wasserlösliche Pulver Uranin eimerweise von einem Boot aus in den Fluss. Im Wasser entstanden knallgrüne Farbwolken, die die Strömung weiter in Richtung Nordsee trieb. Zuvor hatte der 73 Jahre alte Konzeptkünstler mit einem Uranin-Drink demonstriert, dass dieser Farbstoff absolut ungiftig und damit umweltverträglich ist: "Man kann das trinken." Die spektakuläre Aktion ist der Auftakt der am Samstag beginnenden Sonderausstellung "Farbe im Fluss" in der Weserburg mit Werken von Jackson Pollock, Andy Warhol und Ai Weiwei.

Mehr als 40 solcher Aktionen hatte der 73-jährige Uriburu eigenen Angaben zufolge weltweit. 1968 hatte er den Canal Grande in Venedig grün gefärbt, 1981 gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Joseph Beuys den Rhein. "Grün bedeutet das Wiederkommen, den Frühling, die Jahreszeiten. Nicht umsonst haben Greenpeace und die Grünen diese Farbe gewählt", sagte der Konzeptkünstler und Naturschützer. Mit seinen Aktionen will Uriburu auf Missstände hinweisen: "Das Schlimmste an der jetzigen Zeit ist, dass es auf diesem Planeten Menschen gibt, die ihn zerstören, Menschen, die immer mehr Geld machen wollen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Seine Performances seien wie ein Theaterstück. "Für einen Augenblick richtet sich die ganze Aufmerksamkeit des Publikums auf mich und das, was ich sagen will. Das fasziniert mich bis heute."

Die Idee eines solchen Farbspektakels ist nicht neu. Vor 13 Jahren hatte der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson im Rahmen eines Kunstprojektes in Bremen die Weser grün gefärbt.

dpa

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