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19:13 30.01.2014
Der Kulturpalast feiert zehnjähriges Bestehen – und mittlerweile hat Simone Beer sich mit den Nachbarn arrangiert. Quelle: Kleinschmidt
Hannover

So ein Schaufenster, das hat nicht jeder. Wenn Simone Beer im Kulturpalast in der Deisterstraße sitzt, dann sieht sie die Passanten am Fenster vorbeigehen. Manchmal, besonders wenn eine Band gerade auf der Bühne spielt, bleiben die Leute draußen stehen und schauen, was sich hinter den Fenstern mit den roten Rahmen abspielt.

Einfach war es anfangs nicht, als Beer den Kulturpalast mit einer Freundin im Frühjahr 2004 eröffnete. Immer wieder gab es Beschwerden wegen der Lautstärke. Da habe sie schon gezweifelt, ob das alles funktioniert. „Jetzt sind wir über den Berg“, sagt sie. Kalkulieren müsse sie nach wie vor genau. „Zwei, drei Fehler, und so ein Laden ist zu“, betont sie.

Vor zehn Jahren ist Beer nach Hannover gezogen. In Hamburg hatte sie als Suchttherapeutin gearbeitet. Ein Stück Heimat wollte sie mit nach Hannover bringen. Anfangs sollten nur Bands aus der Hansestadt im Kulturpalast spielen. Das hat Beer aber schnell aufgegeben. Stattdessen gab es Astra, Hamburger Bier.

Im März feiert der Kulturpalast Zehnjähriges. Die Zahl der Konzerte kann Beer nicht nennen. Sie rechnet kurz. So etwa 1300 müssten es gewesen sein. „Das schönste? Puh“, das sei nicht so einfach. Aber dass die Band vom ersten Konzert auch beim Geburtstagsfest spielen wird, das freut sie sehr. Denn Belmondo Beat aus Hamburg gibt es eigentlich gar nicht mehr. „Die proben extra“, sagt sie.

Beer blickt durch ihren Laden und stellt fest: „So etwas gab es in Hannover nicht.“ Die Deisterstraße habe sie an Hamburg erinnert, ein wenig an das Karoviertel in St. Pauli – eigener Charme, bezahlbare Mietpreise. Beim Kulturpalast geht es nicht nur um Musik, der Kulturpalast ist auch ein eingetragener Verein. Es gibt Projekte zur Musikförderung, Stadtteilarbeit, Vernetzung. Das Leben im Kiez und drumherum soll gefördert werden. „Im Zweifel würde ich immer eine Band aus Linden vorziehen“, sagt Beer.

Bei der Einrichtung und Ausstattung des Kulturpalasts haben sich Beer und ihre Mitstreiter auf eine Mischung aus schön und praktisch geeinigt. „Es darf nicht schlimm sein, wenn mal was kaputtgeht“, sagt Beer. Schön soll es trotzdem sein. Ein paar Dinge sind in den zehn Jahren seit der Eröffnung anders geworden. Aber der geschwungene Tresen mit seinen weißen Fliesen bildet neben der Bühne immer noch den Ankerpunkt. Die Plüschmöbel der ersten Jahre sind dagegen raus, die Wände nicht mehr rot, sondern blau. Beer: „Über das Rot haben sich die Fotografen immer beschwert.“

Michael Münstedt ist fast seit dem Start vor zehn Jahren dabei. Er legt zweimal im Monat Platten auf, wenn die Jazzfreunde zu den Sessions in den Kulturpalast kommen. „Das ist einer der am längsten laufenden, festen Jazzabende in Hannover“, sagt er. Münstedt hält auch den Kontakt zu den Jazzern der Hochschule, die regelmäßig im Kulturpalast auftreten. Seit fast zwei Jahren spielt die hannoversche Band Watten jeden Mittwoch Livejazz.

Münstedt ist auch sonst im Verein rund um den Kulturpalast aktiv. Die Bank gegenüber dem Tresen etwa hat er selbst aus Metallresten gebaut, die er gefunden hat. Damit es an den Armen nicht ganz so kalt und hart ist, sind die Lehnen mit Isolierschläuchen umwickelt, die man sonst im Heizungsbau verwendet. Heute ist Beer nicht mehr bei jedem Konzert im Kulturpalast. „Mittlerweile haben alle Nachbarn meine Handynummer. Falls es doch mal zu laut wird.“

Heute Abend feiert die hannoversche Pop-Rock-Band Annie’s Revier die Veröffentlichung ihres neuen Albums. Das Konzert im Kulturpalast, Deisterstraße 24, beginnt um 20 Uhr, der Eintritt kostet 6 Euro.

Von Gerd Schild

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