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Kultur Kunstlieblinge der Kinder
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11:15 20.12.2010
Von Johanna Di Blasi
Kinder lieben die "Katze unterm Baum " von Franz Marc. Quelle: Sprengel Museum

Ein niedliches Tier in einer harmonischen Welt – das verleitet Kinder dazu, sich Geschichten auszudenken oder sogar kleine Gedichte. So dichteten Fünftklässler: „Eine Katze unterm Baum  / Hat einen Traum / Sie liegt auf einer bunten Wiese / Und kriegt fast eine Krise“.

Das 1910/11 gemalte Werk „Kinderbild (Katze hinter einem Baum)“ des deutschen Expressionisten Franz Marc befand sich bis vor zwei Jahren als Dauerleihgabe der Nord/LB im Sprengel Museum. Eine Weile sah es so aus, als würde das niedliche Tier Hannover verlassen. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass das Gemälde in der Zeit des Nationalsozialismus seinen jüdischen Vorbesitzern unter Druck entzogen worden war. Die in London lebenden Erben des Fabrikanten und Sammlers Alfred Hess bekamen das Werk 2008 restituiert. Sie entschlossen sich jedoch, dieses dem Museum langfristig zu leihen.

Bei Kinderführungen zählen auch Paul Klees „Beflaggter Pavillon“, Pablo Picassos „Der Hahn und die Katze“, Marc Chagalls „Der Stall“ und natürlich der täuschend echt aussehende „Maurer“ des amerikanischen Bildhauers Duane Hanson zu den Höhepunkten. Wenn 2012 der Erweiterungsbau des Sprengel Museums in Angriff genommen wird – Eröffnung des neuen Trakts soll Mitte 2014 sein – wird man zweimal hinsehen müssen, ob man das Hanson-Werk vor sich hat oder einen lebendigen Maurer mit mörtelverschmiertem Eimer.

Ein Höhepunkt in jeder Kinderführung ist darüberhinaus der abenteuerlich chaotische Merz-Bau des hannoverschen Künstlers Kurt Schwitters (als Nachbau ausgestellt). Dazu dichteten Sechstklässler: „Kurt mochte Aufräumen nicht / Immer wenn seine Frau sagte: ,Räum doch mal auf!‘ / machte er das nicht gern / Eines Tages kam er auf eine Idee / Er erfand MERZ / Er klebte alles, was ihm in die Hände kam / an die Decke, Wände und Boden / Wenn er etwas liegen gelassen hatte / fiel das nicht mehr auf.“

Und zu Niki de Saint Phalles Nanas fiel den Kindern ein:

„Die kleine tanzende Nana / Die Nana / Tanzt Banana / im schönsten Kostüm /springt sie herum / wie ein wildes dilidum. / Sie ist einfach groß und stark / Einfach für alles parat / Die Nana / Tanzt Banana / Und das ist gut so.“

Diese Gedichtchen finden sich in dem gerade herausgekommenen Buch „Schüler an die Kunst“, in dem das Sprengel Museum gemeinsam mit dem Kurt-Schwitters-Gymnasium eine Sammlung kleiner Prosatexte, Gedichte und Bildbeschreibungen zusammenstellte (herausgegeben von Gabriele Sand, 9 Euro).

Das Büchlein ist neben dem regelmäßigen „Kinderforum“, wo Kindern ab dem Vorschulalter an Nachmittagen, an Wochenenden und in den Schulferien Aktionen angeboten werden, sowie den Mitte der neunziger Jahre eingeführten Kinderausstellungen ein Beleg dafür, dass das Haus den Nachwuchs wichtig nimmt. Das Sprengel Museum sei das Ausstellungshaus mit der größten Fläche für Museumspädagogik in ganz Deutschland, sagt die Kunstpädagogin Gabriela Staade. Drei festangestellte Mitarbeiter, ein eigenes Sekretariat und zusätzlich freie Mitarbeiter umfasst die museumspädagogische Abteilung.

25 000 Schulkinder aller Klassen­stufen und Schularten besuchen jährlich das Museum. Man hört dort eigentlich immer Kinderstimmen. Kinder dürfen in den Sälen und Fluren auf Entdeckungstouren gehen und auch ungestüm sein. Ihr Lieblingsspiel – Alarm auslösen durch nahes Herantreten an Werke – aber müssen Museumsaufseher aus Sicherheitsgründen unterbinden.

Informationen zur Sponsoring-Kam­pagne „Mehr Museum“ und dem Veranstaltungsprogramm der Freunde des Sprengel Museums gibt es im Internet unter www.mehr-museum-de. Derzeit fehlen noch knapp zwei Millionen Euro an Drittmitteln für den 25 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau.

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