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18:47 10.01.2014
Von Simon Benne
Leihgabe aus London: Allan Ramsays Gemälde von Queen Charlotte. LMH Quelle: Landesmueseum Hannover
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Hannover

Die Bilanz kann sich sehen lassen: rund 117 000 Besucher haben 2013 den Weg ins hannoversche Landesmuseum gefunden. Seit Direktorin Katja Lembke dort vor rund drei Jahren das Ruder übernahm, sind die Zahlen stetig gestiegen - trotz der Umbauten, die der inzwischen eingeläutete Wandel vom Gemischtwarenladen zum „Weltenmuseum“ dem Mehrspartenhaus beschert. Dessen einst streng voneinander getrennte Abteilungen werden dabei im ganzheitlichen Geiste durcheinandergewirbelt: So wurde im Erdgeschoss, wo derzeit die neue Abteilung „NaturWelten“ entsteht, im vergangenen Jahr bereits das angejahrte Vivarium zu „WasserWelten“ umgestaltet. Neben den Aquarien sind dort jetzt passende naturkundliche Präparate von Meerestieren zu sehen.

In diesem Jahr geht die insgesamt 1,4 Millionen teure Einrichtung der „NaturWelten“ in die zweite Runde: Der frühere Ethnologietrakt ist bereits ausgeräumt, am 30. März sollen dort mit einem Familienfest die „LandWelten“ eröffnen. Erstmals werden darin jene Saurierfährten zu sehen sein, die vor einigen Jahren im Obernkirchener Sandstein entdeckt wurden. Dazu werden in dem Glasgang Terrarien mit lebendigen Tieren aufgestellt. „Um das große Skelettmodell des Plateosaurus werden Bartagamen herumkriechen“, sagt Naturkundekuratorin Christiane Schilling. Die australischen Schuppentiere sehen zwar aus wie Saurier im Zimmerformat - doch der Vergleich mit Taubenskeletten, die gleich nebenan präsentiert werden, zeigt, dass nicht diese Reptilien, sondern eher die heutigen Vögel das Erbe der ausgestorbenen Echsen angetreten haben.

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Das Landesmuseum hat für 2014 ambitionierte Pläne: Wie Direktorin Lembke gestern erklärte, sollen noch im Sommer dann „KüstenWelten“ und „LuftWelten“ die „NaturWelten“ komplettieren. Von 2015 an werden dann im ersten Stock Archäologie- und Naturkundeabteilung zu „MenschenWelten“ verschmelzen. Die Landesgalerie darüber bleibt zwar vorerst unangetastet, wird aus Gesellschaft allerdings in „KunstWelten“ umbenannt.

Eine Weltmacht steht auch im Zentrum des Großprojekts, das das Haus in diesem Jahr stemmen will: Am 17. Mai beginnt die Landesausstellung „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714-1837“. Auf rund 2000 Quadratmetern stellt das Museum die Könige von Georg I. bis Wilhelm IV. vor. „Wir wollen aber nicht nur Herrschergeschichte abfeiern“, sagt Annette Schwandner, die zuständige Ministerialdirigentin im Kulturministerium. Es gehe auch um Persönlichkeiten jener Epoche wie Leibniz oder Händel oder um die englische Mode, die einst auch in Hannover en vogue war.

Für die königliche Schau gibt die Royal Collection in London so viele Leihgaben wie nie zuvor für eine Ausstellung frei. So leiht die Queen erstmals auch die Krone von Georg I. aus. Auch ein lebensgroßes Gemälde von Queen Charlotte, das Allan Ramsay um 1764 schuf, wird zu sehen sein. Für die Royals wird der komplette erste Stock des Museums freigeräumt. Mit einem Steinzeitfest nimmt das Haus am 2. Februar vorübergehend Abschied von der archäologischen Sammlung.

Nach den Royals halten dann die Römer Einzug im Landesmuseum: Für rund 200 000 Euro hat das Haus die Wanderausstellung „Hightech Römer“ eingekauft, die am 24. Oktober beginnt. Besucher der Schau, die insbesondere Familien ansprechen soll, können römische Rüstungen anziehen, Mauerbögen bauen oder Geschütze ausprobieren. „Die Ausstellung zeigt, dass unsere moderne Technik oft auf römischen Erfindungen fußt“, sagt Projektleiter Martin Schmidt. Und einem Haus, das sich selbst gerade neu erfindet, kann ein Rückblick auf lange Traditionen nicht schaden.

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