Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Leipziger Uni-Bibliothek gibt NS-Raubgut zurück
Nachrichten Kultur Leipziger Uni-Bibliothek gibt NS-Raubgut zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:13 18.03.2013
Foto: Die Erben Gabriele Wagner und Thomas Steiner erhalten am Montag das Büchererbe ihre jüdischen Vorfahrens Fernand Raoul Jellinek-Mercedes (1883-1939) in Leipzig zurück.
Die Erben Gabriele Wagner und Thomas Steiner erhalten am Montag das Büchererbe ihre jüdischen Vorfahrens Fernand Raoul Jellinek-Mercedes (1883-1939) in Leipzig zurück. Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

Der Direktor der Uni-Bibliothek, Prof. Ulrich Johannes Schneider, sagte bei der Übergabe: „Das sind Bücher, die zu Unrecht in unserem Bestand waren. Das jetzt ist wenigstens ein Stück Wiedergutmachung.“

Einem Menschen sei Unrecht geschehen. Für seine Erben sei es eine große Ehre und Freude, diese Bände zurückzubekommen, sagte Thomas Steiner, der mit seiner Schwester Gabriele Wagner aus Österreich angereist war, um die Bände für die Erbengemeinschaft in Empfang zu nehmen. An die Erbengemeinschaft zurückgegeben wurden auch Bücher, die sich im Bestand eines Hamburger Antiquariats befanden.

Fernand Raoul Jellinik-Mercedes (1883-1939) lebte als Schriftsteller in Baden bei Wien. Er besaß eine Musikaliensammlung, eine Gemäldesammlung und eine Bibliothek. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Österreich wurde Jellinek-Mercedes als Jude gezwungen, sein Privatvermögen zu verkaufen. Am 10. Februar 1939 nahm er sich das Leben. Die Bücher waren 1956 aus Beständen der Stadtbibliothek Leipzig von der Unibibliothek übernommen worden. Innerhalb des Projektes „NS-Raubgut an der Universitätsbibliothek“ wurde ihre Herkunft ermittelt.

dpa

Kultur „Ich. Welt. Wir. Es zischeln 1000 Fragen“ - Fabian Hinrichs Seelen-Solo in Hamburg uraufgeführt
17.03.2013