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Kultur Luke Mockridge reist zurück in die Neunziger
Nachrichten Kultur Luke Mockridge reist zurück in die Neunziger
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00:15 31.01.2018
Und zu Beginn gibts einen Rapsong: Luke Mockridge in der Tui-Arena. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Luke Mockridge hat ein Problem. Wie alle Menschen, die in den Neunzigerjahren aufgewachsen sind, muss sich der 28-jährige Comedian unausweichlich von seiner Kindheit verabschieden. „Wir sind nicht mehr die junge Generation“, ruft er den 9500 Zuschauern in der ausverkauften Tui-Arena zu. Die Millenials, geboren nach der Jahrtausendwende, seien nun die jungen Wilden. 

Akzeptieren will Mockridge seine Rolle als Erwachsener aber noch nicht. Unermüdlich turnt er über auf der Bühne hin und her, kreischt lautstark ins Mikrofon, ärgert sich darüber, dass Sex in der Dusche gar nicht so toll ist wie in Hollywood-Filmen und beteuert, dass alles witziger ist, wenn man gekifft hat, zum Beispiel der Gottesdienst. Oder Autofahren.

„Kennt ihr das noch?“ Luke Mockridge reist in die Neunzigerjahre

Mockridge fühlt sich wohl in der Rolle des Kindskopfes. Das sieht man auch im Fernsehen, wo er in einer Show Schulkinder gegen Prominente antreten und sie Schulaufgaben lösen lässt. Oder bei Facebook, wo er in Videos Jungen und Mädchen freche Sätze entlockt. Auch bei Mockridges Auftritt in Hannover wird ein zehnjähriger Junge eine wichtige Rolle spielen. Sein Name ist Frederik.

Frederik bekommt bei jedem Witz, den er in seinem Alter noch nicht verstehen könnte, einen Schokoladen-Bonbon von Mockridge. Das passiert vor allem dann, wenn es um etwas Anzügliches geht, und das kommt an diesem Abend regelmäßig vor. „Als 14-Jähriger will man unbedingt Sex haben“, sagt der Comedian. Bioloisch sei der Körper dafür auch bereit. „Aber man sieht halt aus wie ein misslungener Kuchen.“ Pickel, Zahnspange und Stimmbruch – das sei eine wenig attraktive Mischung bei Jungen in der Pubertät gewesen. 

Tiefgründige Wandtattoos

Das Erfolgsrezept in seinem zweiten Bühnenprogramm ist die Bestätigung. Vor fast jedem Thema, das Mockridge an diesem Abend anspricht, könnte der Satz „Kennt ihr das noch?“ stehen. City-Roller, das „Eltern müssen draußen bleiben“-Schild am Kinderzimmer, Fruchtzwergeis, DJ Bobo, geschwungene Spiegel in Wellenform und Wandtattoos mit tiefgründigen Botschaften wie „Lebe dein Leben“. 

Unverblümt schwelgt er in Erinnerungen, zum Beispiel an alkoholreiche Partys, und zählt die verschiedenen Charaktäre eines feucht-fröhlichen Abends auf. Dabei sind: der Kerl, der so betrunken ist, dass er unvermittelt abhaut, das weinende Mädchen und ihre tröstende Freundin und der stocknüchterne Typ, der auf dem Höhepunkt der Party seine Freundin abholen will, die ihm auf dem Heimweg unbedingt „ein Geheimnis“ verraten muss: Sie habe „ein biiisschen zu viel“ getrunken. „Kennt ihr das noch?“ Ja, so war das damals. Die Zuschauer freuen sich.

Ein Bonbon für Frederik

Schön zu hören ist für einige Fans auch, dass Mockridge nicht nur singen, sondern auch Klavier spielen kann. Dabei ist er so talentiert wie witzig und trällert das Kinderlied „Hänschen klein“, indem er dazu die Stimmen von Annenmaykantereit-Sänger Henning May, Linkin-Park-Sänger Chester Bennington, Falco und Herbert Grönemeyer imitiert. 

Und was für Musik hört eigentlich Frederik gerne? Zu Mockridges Verwunderung ist es nicht Helene Fischer, sondern Michael Jackson. Das wird gleich honoriert. „Du bist der coolste Zehnjährige aller Zeiten“, schwärmt der 28-Jährige. „Michael Jackson würde dich vermutlich auch mögen.“ Das erntet ein paar böse Lacher. Ob Frederik weiß, warum? Er bekommt zumindest noch einen Bonbon.

Von Nils Oehlschläger

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