Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur „Märchenmond“ mit Jens Krause im Theater am Aegi
Nachrichten Kultur „Märchenmond“ mit Jens Krause im Theater am Aegi
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:07 30.11.2010
Von Jutta Rinas
Anzeige

Er ist wunderbar böse als machtbesessener Zauberer Boraas: in seinem schwarzen Kostüm, mit der eiskalten Stimme und dem durchdringenden Blick. Und er ist genauso überzeugend als treuherziger, aber im Grunde schwacher Gegenspieler Themistokles, der in dem Kindermusical „Märchenmond“ im hannoverschen Theater am Aegi sein Reich allein nicht vor dem Bösen retten kann.

Jens Krause, hannoverschen Musicalfreunden als „Puck“ aus Heinz Rudolf Kunzes Adaption von Shakespeares „Sommernachtstraum“ in guter Erinnerung, ist der überragende Schauspieler in der Hannover-Premiere von „Märchenmond“, einem neuen Musical des Theaters für Niedersachsen (TfN) für Kinder ab sieben Jahre. Mit seinem brillanten Spiel verwandelt er die Bühne in eine phantastische Zauberwelt, in der es Tümpelprinzen (Jonas Hein), Riesen (Frank Brunet), Bären (Annika Dickel) und kriegerische Steppenreiter (Jens Plewinski) gibt.

Christian Gundlach, Musicalautor und Direktor der MusicalCompany des TfN, hat die Rechte des Bestsellers „Märchenmond“ von Wolfgang und Heike Hohlbein erworben und aus dem Fantasy-Stoff mit seinem großen Personal und seinen kriegerischen Schlachtenbeschreibungen tatsächlich ein Musical für Kinder gemacht.

Das gelingt ihm, indem er die Handlung entschlackt und auf wenige Grundelemente reduziert. Der junge Kim (Navina Heyne) versucht seine von dem bösen Zauberer Boraas gefangene Schwester Rebekka (Michaela Linck) zu retten und das Reich „Märchenmond“ des guten Herrschers Themistokles vom Fluch des Bösen zu erlösen. Konventionell gemachte, auf Effekte setzende, aber stimmungsvolle Pop- und Rocksongs (Komponist: Christian Gundlach) transportieren die Gefühle der Geschwister, die Atmosphäre in der Fabelwelt.

Das aus mehreren schwarzen Quadern bestehende Bühnenbild (Monika Frenz) wird für die verschiedenen Handlungsorte in den Welten des guten und des bösen Zauberers immer wieder neu arrangiert. Das ist alles sehr überschaubar, ja fast schon zu ordentlich gemacht. Es hätte der Premiere am Märchenhaften und Geheimnisvollen gefehlt – wenn da nicht Jens Krause gewesen wäre, der dem Stück den Anstrich des Zauberhaften gibt. Großer Applaus.

Aufführungen in Hannover: 1. Dezember, 8.45, 11 und 18 Uhr, 2. Dezember, 8.45 und 11 Uhr. Karten unter (0 51 21) 16 93 16 93.