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Kultur Marc Prätsch verlässt „Junges Schauspiel“ in Hannover
Nachrichten Kultur Marc Prätsch verlässt „Junges Schauspiel“ in Hannover
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08:25 26.05.2011
Von Ronald Meyer-Arlt
Marc Prätsch vom „Junges Schauspiel“ Hannover hört wegen künstlerischer Differenzen auf. Quelle: Michael Heck (Archivbild)
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Gestern gab das Theater bekannt, dass man sich im gegenseitigen Einvernehmen darauf geeinigt habe, „aufgrund künstlerischer Differenzen“ die Zusammenarbeit zum Ende der Spielzeit zu beenden. Nachfolger von Marc Prätsch in der Leitung des Jungen Schauspiels soll Florian Fiedler werden, der bereits seit längerer Zeit als Hausregisseur des Schauspiels arbeitet.

Marc Prätsch, geboren 1971, wurde an der Hochschule für Musik und Theater Hannover als Schauspieler ausgebildet. Von 1998 bis 2003 war er Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover. Danach arbeitete er als Regisseur erfolgreich in Hildesheim, Freiburg und Dresden. Aus seiner Inszenierung von Schillers „Die Räuber“ mit Berufsschülern am Stadttheater Hildesheim entstand die 90-minütige „Spiegel“-TV-Dokumentation „Alles Schiller oder was?“. Seine Inszenierung von „Romeo und Julia“ am Jungen Schauspiel Hannover wurde 2008 zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Für die Rap-Oper „Culture Clash – Die Entführung“ nach Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ mit 70 Jugendlichen an der Staatsoper Hannover 2009 erhielt er den pro-visio-Preis der Stiftung Kulturregion Hannover.

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Die „künstlerischen Differenzen“ zwischen dem Leitungsteam um Schauspielintendant Lars-Ole Walburg und Marc Prätsch wurden bei den Proben zu „Verbrennungen“ von Wajdi Mouawad besonders deutlich. Intendant Walburg entzog Prätsch die Regie, für ihn übernahm Regisseur Tom Kühnel – der eine Arbeit vorlegte, die beim Premierenpublikum zwar gut, bei Teilen der Kritik allerdings nicht so gut ankam (siehe auch die Leserbriefe rechts).
Marc Prätsch sagte gestern, dass er vorhatte, langfristig an der Jugendabteilung des hannoverschen Schauspiels zu arbeiten. Zu den Gründen der Trennung wollte er sich nicht äußern; man habe Stillschweigen vereinbart.

Johanna Di Blasi 25.05.2011
Stefan Stosch 25.05.2011