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Kultur Mario Barth in Hannover – so war's
Nachrichten Kultur Mario Barth in Hannover – so war's
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11:51 14.09.2012
Von Ronald Meyer-Arlt
„Ditt is so geil“: Mario Barth kriegt sich selbst kaum ein vor Freude über die vielen lustigen Begebenheiten, die er zu erzählen hat. Quelle: Ditfurth
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Hannover

Was Mario Barth schafft, das schafft sonst keiner. Jedenfalls kein Komiker. Dreimal – am Donnerstag, am Freitag und am Sonnabend – ist die TUI Arena ausverkauft. „Nicht mal mehr ein Restkontingent ist zu haben“, heißt es beim Veranstalter. Dreimal wollen knapp 10.000 Besucher in der TUI Arena Mario Barth sehen, und der Vorverkauf für die Zusatzshow hat schon begonnen: Am 14. Juni 2013 wird Mario Barth wieder in Hannover gastieren. Natürlich wieder im größten Saal, den die Stadt zu bieten hat: in der TUI Arena.

Und dieses Gastspiel wird dann sehr wahrscheinlich auch nicht das letzte sein, das Mario Barth – der sich selbst Comedystar Nummer 1 nennt – mit seinem neuen Programm in Hannover geben wird. „Männer sind schuld, sagen die Frauen!“ heißt sein neues Programm, das am Donnerstag vor ausverkauftem Haus Premiere hatte.

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Das Vorgängerprogramm (mit dem er immerhin sechsmal in Hannover gastierte) trug den Titel „Männer sind peinlich, Frauen aber auch“. Ähnlichkeiten zwischen den Programmen sind natürlich nicht zu vermeiden – aber im Grunde ist das auch kein Problem. Mit seinen Mann-Frau-Geschichten ist Barth so erfolgreich geworden. Warum sollte der große Beziehungsberater jetzt seine Strategie ändern?

Er ändert nichts, er legt nach. In der neuen Show ist alles noch ein bisschen lauter, noch ein bisschen breiter ausgemalt, noch ein bisschen tiefergelegt – tiefsinniger ist es allerdings nicht geworden. Und es sieht alles auch ein bisschen anders aus. Barth tigert nicht mehr vor einem Nachbau des giftgrün bis bläulich illuminierten Brandenburger Tors auf und ab, sondern vor einer malerischen U-Bahn-Station. Die trägt den schönen Namen „U-Bhf Kennste-Kennste-Allee“.

Das „Kennste-Kennste“ ist hübsch selbstironisch, aber ist es auch zutreffend? Kennt man wirklich schon alles? Natürlich ist das, was zwischen Männern und Frauen passiert, im Großen und Ganzen recht überschaubar. Der Hauptwitz kommt immer daher, dass Männer und Frauen einander nie richtig verstehen können. Man weiß das, hat das oft gehört, kann aber trotzdem immer noch darüber lachen. Und es ist ja auch wirklich erstaunlich: Kaum ist irgendwo in der Wohnung etwas defekt, muss Mann sich darum kümmern, nicht Frau. Ist etwas kaputt, muss immer der Mann ran. Frau sagt „Pumpt nicht“, Mann besorgt eine neue Geschirrspülmaschine. Die Leute lachen gern über solche Miniaturen aus dem Mann-Frau-Alltag, die Mario Barth mit großem Elan präsentiert.

Energiegeladen springt er über die Bühne, er kriegt sich selbst kaum ein vor Freude über die vielen lustigen Begebenheiten, die er zu erzählen hat. Er hat etwas von einem Marktschreier in eigener Sache. Manchmal pumpt er sich so auf, dass man fürchten muss, er würde gleich platzen. „Original passiert, wahre Geschichte“, wimmert er mit hochrotem Kopf und erzählt von seinem Freund, der mit Chantal Schluss gemacht und nun eine Neue hat. Oder von seinem Hund, der den schönen Namen Feedback trägt und mit Rinderfilet gefüttert wird. Frauchen will das so.

Die Show hat also einen gewissen Wumms. Oder, um es mit den Worten des Künstlers zu sagen: „Ditt is so geil.“ Das finden auch die 10.000 Besucher, die am Donnerstagabend bei der Premiere dabei waren. Die Leute mögen Barth. Und er gibt ihnen reichlich Gelegenheit dafür. Denn mit seiner Hemdsärmeligkeit, seiner Energie, seiner Lust an Zoten und am Zarten gelingt es ihm, dort zu sein, wo viele Politiker gern hin wollen: nah bei den Menschen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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