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Kultur Masala-Festival beginnt in Hannover
Nachrichten Kultur Masala-Festival beginnt in Hannover
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06:16 07.07.2012
Foto: Die beiden Bands Rosario Smowing und Pinkspot üben gemeinsam für das Masala-Festival.
Die beiden Bands Rosario Smowing und Pinkspot üben gemeinsam für das Masala-Festival. Quelle: Körner
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Hannover

„Hit the Road Jack“ klappt schon ganz gut. Von diesem Evergreen aus landen die Pinkspots und Rosario Smowing plötzlich beim Altschlager „Bei mir bist Du schön“. Nur das Finale dieses Doppelsongs will noch abgesprochen sein. Nach dem letzten „so kiss me ...“ senkt Mirle Köhler beruhigend die flachen Hände vor dem Körper herunter. Alle Musiker nehmen Tempo und Lautstärke zurück – und dann erklingt das abschließende „...and say that you will understand“.

Mit der Verständigung der beiden Bands klappt es bestens. Gerade vor zwei Stunden sind sich die Pinkspots aus Hannover und Hildesheim und die Rosario Smowing aus Argentinien zum ersten Mal richtig begegnet. Während des diesjährigen Masala-Weltbeat-Festivals werden sie in der Reihe „Niedersachsen im Dialog“ am morgigen Freitag im hannoverschen Pavillon zusammen auftreten.

Rosario Smowing aus Argentinien und Pinkspot aus Niedersachsen üben für das Masala-Weltbeat-Festivals.

Zum dritten Mal treffen sich bei Masala Niedersächsische Musiker mit Weltmusikern von weit her. Festivalmacher Basti Hofmann kannte die Pinkspots und ihre freche Mischung aus Jazz und Swing schon seit Jahren. Als er jüngst die Rosario Smowing aus der argentinischen Millionenstadt Rosario und ihren Swing kennenlernte, dachte er sofort: „Das passt unglaublich gut zusammen.“ Die erste Probe im Pavillon gibt ihm recht. Nach nur zwei Stunden sitzt die erste Nummer, und weitere Kooperationen aus dem einen oder anderen Repertoire werden bereits angestimmt. „Es klappt gut, die sind alle sehr offen“, sagt Pinkspots-Sängerin Ann-Kathrin Blohmer fröhlich.

Derweil üben Pinkspots-Sängerin Wiebke Eymess, Rosario-Smowing-Keyboarder Julian Eroles und Sänger Diego Casanova ein Stück aus dem Programm der argentinischen Band. „Un mecenas y un traidor“ heißt es, ein Mäzen und ein Betrüger. Diego Casanova hat wie immer den Text geschrieben und zusammen mit den Musikern Melodie, Harmonien und Ablauf verfasst. Gleich werden die beiden Bands das Stück zusammen angehen. An einem Laptop testen die Pinkspots-Geigerin Kristina Van de Sand und Sängerin Mirle Köhler mit den Argentiniern Jesus Eroles (Klarinette), Sergio Peresutti (Trompete) und Martin Tessa (Gitarre, Banjo) unterdessen weitere Songs an, die sie vielleicht im gemeinsamen Konzertteil interpretieren wollen.

Auch für „El dia q’me abandones“, (der Tag, an dem Du mich verlässt) ist nach kurzem Proben eine deutsch-argentinische Version gefunden. Das Stück geht ans Herz, und immer wenn Casanova die Worte „Mi corazon“ (mein Herz) singt, greift er sich schmachtend in die Brustgegend. Zwischendurch legt er ein Tänzchen mit Wiebke Eymess ein, bevor nach dem Refrain die Bläser jeweils kurze Soli einfügen.

Schon zu Beginn dieses ersten von drei Probentagen ist klar, dass die Spanisch- und Englischkenntnisse auf beiden Seiten ausreichen, um zusammen zu musizieren. „Das Coole ist, dass es musikalische Dinge gibt, die sind international“, schwärmt Mirle Köhler, die allerdings auch Spanisch spricht. Klar ist auch, dass die Musik für die Bedürfnisse eines hungrigen Säuglings unterbrochen werden muss. Geigerin Kristina Van de Sand hat Basti Hoffmann ihren sechs Monate alten Joao anvertraut. Sie kann sich darauf verlassen, dass Hoffmann mit dem Kleinen auf dem Arm kommt, wann immer er aufwacht und weint. Dann gibt’s ein kreatives Päuschen für alle.

Rosario Smowing und die Pinkspots beginnen am Donnerstag um 21 Uhr im Pavillon. Am Sonnabend geht es weiter mit Solomonic Fashion Show und der Band Krar Collective aus Äthiopien (21 Uhr, Pavillon). Sonntag spielen auf Gut Adolphshof (17 Uhr) Ayassa (jiddische Musik, Deutschland) und Gadjo aus Spanien.

Karin Vera Schmidt

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