Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Mathematikprofessor stellt „Darf ich Zahlen?“ vor
Nachrichten Kultur Mathematikprofessor stellt „Darf ich Zahlen?“ vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:48 15.04.2010
Von Ronald Meyer-Arlt
Anzeige

Zwar nicht an einem Freitag, aber immerhin am 13. des Monats trat der Berliner Mathematikprofessor Günter M. Ziegler in Lehmanns Buchhandlung auf. Sein Buch „Darf ich Zahlen?“ ist ein locker geschriebener, allgemein verständlicher, aber die Komplexität des Stoffes auch nicht verleugnender Rundgang durch die Kuriositätenkammer eines Faches, das von ­Außenstehenden immer noch gern als trocken angesehen wird.

Seinen Balanceakt auf dem Zahlenstrahl begann Ziegler recht weit unten. Zur Zahl 13 (Primzahl, Fibonaccizahl) hatte er einiges Wissenswertes mitgebracht: An Freitagen mit dem Datum 13. gibt es statistisch gesehen nicht mehr Unglücksfälle als an anderen Freitagen, aber: Der 13. ist besonders oft ein Freitag. Das hängt mit dem Beginn des gregorianischen Kalenders zusammen. Ziegler erklärte es anschaulich – mit einer Stimme , deren leichter Akzent einen längeren, wenn nicht lebensprägenden USA-Aufenthalt verriet.

Ziegler ist ein begnadeter Popularisator. Er scheute sich nicht, die „Plutimikation“ von Pippi Langstrumpf („Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt und drei macht neune“) vorzustellen und erklärte in dem Zusammenhang auch gleich den Unvollständigskeitssatz von Kurt Gödel, dem zufolge man in Systemen wie der Arithmetik nicht alle Aussagen formal beweisen oder widerlegen kann. Einfacher zu verstehen ist das mit der Geschichte vom Barbier, der sagt, er rasiere alle, die sich nicht selbst rasieren. Und die erzählte Ziegler natürlich auch.

15.04.2010
Simon Benne 14.04.2010