Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Matthias Schweighöfer gibt mit der Komödie „What a Man“ sein Regiedebüt
Nachrichten Kultur Matthias Schweighöfer gibt mit der Komödie „What a Man“ sein Regiedebüt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:32 24.08.2011
Foto: Matthias Schweighöfer spielt in „What a Man“ den jungen Lehrer Alex.
Matthias Schweighöfer spielt in „What a Man“ den jungen Lehrer Alex. Quelle: 20th Century Fox
Anzeige

Til Schweiger hat es vorgemacht. Seit 2007 hat er jedes Jahr mit einer neuen Komödie die Zuschauer ins Kino gelockt. Zu sehen gab es meist das Gleiche: Mann und Frau, die unterschiedlicher nicht sein könnten, begegnen sich, können sich nicht ausstehen und fühlen sich später umso heftiger zueinander hingezogen. Verpackt als Romantikkomödie, garniert mit etwas nackter Haut und dem obligatorischen süßen Kind, das die Erwachsenen in Verlegenheit bringt, kommen so in Schweigers Storys einige Klischees zusammen: Vom Macho-Klatschreporter Ludo in „Keinohrhasen“ über den unordentlichen Macho-Kindergärtner in der Fortsetzung „Zweiohrküken“ bis hin zum Macho-Alleinerziehenden in „Kokowääh“ hat sich Schweiger als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in dem Genre ausgetobt.

Dem Publikum gefällt es. „Keinohrhasen“ und die Fortsetzung sahen rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland; „Kokowääh“ war der erfolgreichste Film des ersten Kino-Halbjahres 2011. Für das zweite Halbjahr spekuliert Matthias Schweighöfer mit seinem Regiedebüt „What a Man“ auf einen ähnlichen Erfolg.

Nachdem der 30-Jährige in einer Nebenrolle in Schweigers „Keinohrhasen“ Aufmerksamkeit erregte, macht er sich die erfolgreiche Strategie in vielerlei Hinsicht zu eigen: In „What a Man“ führt Schweighöfer die Regie, wirkt als Autor mit und spielt zudem die Hauptrolle.

Alex, ein junger Lehrer mit Seitenscheitel, lässt sich von seiner launigen Freundin Carolin (Mavie Hörbiger) brav rumkommandieren. Sie scheint sich dagegen mit ihm zu langweilen und probiert Sexspielzeug mit dem Nachbarn aus. Als sie wegen dieser Spiele sogar im Krankenhaus landet und Alex sie abholt, kommt die Affäre ans Licht. Damit sich Alex nicht noch mal ausnutzen lässt, beschließt sein bester Kumpel Okke (Elyas M’Barek, „Türkisch für Anfänger“), ihn zu einem richtigen Mann zu machen: mit Gangsterklamotten, Sprüchen und Baumfällarbeiten. Natürlich klappt das nicht. Die Klischeeansammlung ist komplett, als Alex’ beste Freundin Nele (Sibel Kekilli), bei der er vorübergehend eingezogen ist, sich in ihn – ganz ohne Macho-Gehabe – verliebt.

Die Story ist gespickt mit Situationskomik. Das tut bei so einer vorhersehbaren Handlung auch not. Indem Stereotype auf die Spitze getrieben werden, entstehen komische Situationen. So ist Okke fast nur auf Fitnessgeräten und telefonierend mit Headset zu sehen. Und die natürliche Nele rettet gerne bedrohte Pandas. Trotzdem schaffen es Schweighöfer und Kekilli, dem Film mit ihrer Darstellungskunst gerade die nötige Tiefe zu geben, die er braucht, um zu gelungen-harmloser Unterhaltung zu werden.

Den Vergleich mit Til Schweigers Keinohrhasen-Filmen muss „What a Man“ nicht scheuen, aus einem plausiblen Grund: Auf der Regieseite hatte Schweighöfer Unterstützung von einem Assistenten Schweigers, der die Konstellation „Regisseur ist gleichzeitig Hauptdarsteller“ bereits kannte. Und noch etwas hat Schweighöfer sich abgeschaut: Das Ende seines Debüts ist offen genug für eine Fortsetzung.

Locker-fröhliche Romantikkomödie. Für „Keinohrhasen“-Fans. Cinemaxx Raschplatz und Nikolaistraße. Cinestar Garbsen.

Astrid Meisoll

Kultur Nach Tod des großen Humoristen - Stars trauern um Loriot
24.08.2011
23.08.2011