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13:58 12.04.2014
Foto: Souverän – auf der Bühne und im Publikum: Matze Knop.
Souverän – auf der Bühne und im Publikum: Matze Knop. Quelle: pr
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Hannover

Während das Publikum immer noch applaudiert, klettert ein Herr aus der ersten Reihe ein bisschen umständlich zu Matze Knop auf die Bühne. Der Mann ist schon bekannt: „Jürgen, der Hausmeister“ hatte ihn Knop während seiner Show getauft. Die Bezeichnung passt sehr gut zu dem schlaksigen Mittvierziger mit Halbglatze. Dieser lächelt in seine mitgebrachte Einwegkamera, sichtlich erfreut darüber, am Ende eines unterhaltsamen Abends als Einziger mit Knop auf der Bühne zu posieren.

Wie er müssen sich an diesem Abend in Hannover auch andere Zuschauer auf neue Beinamen gefasst machen. Im Laufe des mehr als zweistündigen Auftritts des Stand-up-Comedian im nahezu ausverkauften Theater am Aegi steht der Promi-Imitator, Sänger und Fußballexperte Matthias („Matze“) Knop fast so oft zwischen den Sitzplätzen wie auf der Bühne. Ausgelassen parliert er durchgehend mit seinem Publikum, stellt persönliche Fragen und parodiert geschickt die Antworten. Er fordert zum Tanzen zu seiner neuen Single auf („Wir sind die Besten in Europa“) und macht raffiniert und schlagfertig aus jedem Detail, das seine Gesprächspartner ihm liefern, neue Running Gags.

Inhaltlich dreht sich sein Programm, durch wohldosierte Einspielfilme ergänzt, um die altbekannten Matze-Themen:  Männer, Frauen, Fußball. Wie der Titel der diesjährigen Tour „Platzhirsche“ schon vermuten lässt, geht es aber vor allem um Männer an der Spitze der deutschen Gesellschaft,  Leute, die „das Rudel“ anführen, wie Knop es verhaltensbiologisch ausdrückt. Dabei lässt Knop keines seiner berühmten Parodieopfer aus, die meist aus der Fußballwelt stammen – von Pep Guardiola über Lothar Mattäus, Huup Stevens und Franz Beckenbauer bis zu Jürgen Klopp. Aber auch Angela Merkel, Dieter Bohlen oder Reiner Calmund entlarvt Knop als machtorientierte Platzhirsche dieser Welt, imitiert mit Präzision und reagiert jeweils charaktertreu innerhalb seiner wechselnden Rollen auf spontane Einwürfe der Zuschauer. Die nehmen seine Bälle trotz straffem Programmplan mit Begeisterung auf und danken am Ende mit Applaus im Stehen noch vor der Zugabe. Sogar die Erwähnung von Hannover 96 wird ihm verziehen.  

„Hausmeister“ Jürgen manövriert sich nach dem Foto übrigens geschickt von der Bühne hinunter. Bevor auch Knop die der Bühne verlässt, bedankt er sich noch bei ihm. Denn, wenn auch eher unfreiwillig, ist er ein unvergesslicher Bestandteil des Abends.

Von Jülide Asci

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