Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Maybebop und On Air geben Doppelkonzert
Nachrichten Kultur Maybebop und On Air geben Doppelkonzert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 23.10.2017
Satire im Mitklatsch-Beat: Jan Bürger, Sebastian Schröder, Lukas Teske und Oliver Gies von Maybebop (von links) kritisieren Trumps Klimapolitik.Foto: Heidrich
Satire im Mitklatsch-Beat: Jan Bürger, Sebastian Schröder, Lukas Teske und Oliver Gies von Maybebop (von links) kritisieren Trumps Klimapolitik.Foto: Heidrich Quelle: Clemens Heidrich
Anzeige
Hannover

Die Lichter flackern, der Bass dröhnt und mittendrin eine A-cappella-Band: Maybebop rappen im Lied „Platzhalter“ Zeilen wie „Wir komm’n im Auftrag der Botschaft, der Coolness, der Lines, Bring’n euch die Vibes in allerfeinsten Rhymes“ zu flirrenden Synthieklängen - natürlich alles mundgemacht.

Dass A-cappella nicht nur bloß Bidipdua-Pop ist, haben Jan Bürger, Lukas Teske, Oliver Gies und Sebastian Schröder von Maybebop schon auf ihren letzten Alben gezeigt. Dabei geht das Gros der Band eben schon so: Es sind Lieder, die teils einen politischen Anspruch haben, wie die Kritik an Trumps Klimapolitik („Lied von Nicht-Verstehen“) oder die Balkan-Pop-Nummer „Früher gab’s die Tagesschau“, im Mitklatsch-Beat und mit albern-lustiger Choreographie.

Mehr A Cappella: Am 29. Dezember geben On Air in der Gospelkirche ein Winterkonzert, Maybebop sind vom 20. bis zum 24. Dezember für vier Konzerte im Theater am Aegi mit ihrem Weihnachtsprogramm „Für Euch“.

Und der Klatschtakt sitzt bei den meisten der 990 Zuschauer im Theater am Aegi. Nur wenige Hände gehen hoch bei der Frage wer zum ersten Mal da sei. Maybebop-Konzerte sind eben auch ein bisschen wie ein großes Familientreffen.

Die Band ruht sich aber nicht auf ihren Langzeitfans aus. Das wird nicht nur andem Hip-Hop-Lied deutlich, sondern auch an der beißenden Pop-Satire „Marschbefehl“ von ihrem aktuellen Album „Sistemfeler“: Gerade noch strecken Teske, Bürger, Schröder und Gies ihre Hände in die Mitte zusammen, um mit ausgestrecktem Arm zu drehen - ein angedeuteter Hitlergruß. „Prüft unbedingt, eh ihr ihm folgt“ singen sie dazu. Provokant!

Der Kontrast zur zweiten Band des Abends ist groß: Die Berliner A-cappella-Band On Air wartet hauptsächlich mit mystisch angehauchten Covern von Pop- und Rocksongs auf. Die Lieder der 2013 gegründeten Band wabern durch den Theaterraum und sind zwar stimmlich einwandfrei, etwas mehr Tempo hätte einigen Songs aber durchaus gutgetan. Mit dem gemeinsamen Lied „Be still my heart“ beenden Maybebop und On Air nach drei Stunden das Konzert.

Von Kira von der Brelie