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Kultur Mimi Müller-Westernhagen hat ihre ganz eigene Note
Nachrichten Kultur Mimi Müller-Westernhagen hat ihre ganz eigene Note
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19:46 15.12.2011
Von Hannah Suppa
Diese Mimi dort auf der Bühne im Béi Chéz Heinz ist das Töchterchen von Marius Müller-Westernhagen.
Diese Mimi dort auf der Bühne im Béi Chéz Heinz ist das Töchterchen von Marius Müller-Westernhagen. Quelle: dpa (Archivbild)
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Diese junge Frau hat ihre ganz eigene Note, ihre eigene Mimiwelt, wie sie selbst sagt: Sie kleidet ihre Songs in schnarrenden Bottleneck-Gitarrensound, schummrigen Blues-Stomp und groovige Percussion. Der verrauchte Americana-Klang ihres Debüts „Road to Last Night“ entführt in die Wüste, auf staubige Pisten unter glühender Sonne. Und das funktioniert auf der Bühne sogar noch eine Spur besser als bei der Studioaufnahme.

Da steht das Londoner Mädchen, das eigentlich Sarah heißt und deren Mutter das britische Model Polly Eltes ist: klein, zierlich, mit diesen dunkel geschminkten Augen in ihrem Twiggy-Gesicht. Sie trägt eine übergroße Ethnobluse, rote Samtröhre und Budapester, der Lack auf den Fingernägeln ist längst abgeblättert. Unprätentiöser Londoner Rock-’n’-Roll-Chic statt durchgestyltem Model-Look, in dem man sie auf Fotos manchmal sieht.

Mit „Don’t You Mourn the Sun“, rauchig und scheppernd, eröffnet sie die kleine Runde im Kellerklub – es ist ihr bekanntestes Stück, zu finden auf dem Soundtrack zum Kinohit „Eclipse“ der „Twilight“-Saga. Es folgen die Songs ihres Albums, das lieblich poppige „Once Again“ oder das raue „Easy“. Es sind Lieder über das Verlassen und Verlassenwerden, vom Alleinsein, Entfremdung, Hadern. Ihr Album ist ein Tagebuch, das sie mit Bildern und Zeichnungen selbst gestaltet hat – nun auf der Bühne singt sie es vor und ist ganz bei sich.

Ihre sichere Stimme trägt Mimi Müller-Westernhagen weit, spielend hüpft sie Tonlagen hin und her, dröhnt, flüstert, donnert. Die zotteligen Jungs ihrer fünfköpfigen Band, die mit ihr auf der Bühne stehen, sind ihre Kulisse, fügen das Bild der Rock-’n’-Rollerin zu einem Ganzen zusammen. In die Nacht entlässt sie das Publikum mit „Edge of the Line“, einem kantigen und euphorischen Rocksong. Mimi ist etwas wehmütig. Hannover, das war das Ende ihrer großen Deutschlandtour. Und vielleicht der Anfang einer großen Karriere.